Zu Hause ist es am schönsten

Samstag, 10.06.: Transfer von Koh Samui nach Koh Tao.

Morgens um 4 Uhr hat das Infusionsgerät geklingelt. Es zeigte eine Warnung an, dass der Druck zu hoch wäre. Ich rief die Schwester und sie behob das Problem. Gegen 5:20 Uhr dasselbe Spiel. Also erneut die Schwester rufen. Dieses Mal brachte sie auch gleich ein Gerät zum Messen des Blutdrucks und des Pulses mit, sowie ein Thermometer zum Fiebermessen. Alles in Ordnung. Wenn ich sowieso schon wach war und bald gehen musste, fragte ich sie, ob sie die Infusionsnadel entfernen könne. Sie antwortete mit „einen Moment“, ging und 5 Minuten später war eine andere Schwester da um die Nadel zu entfernen. Daraufhin ging ich unter Dusche. Kurz danach erschien eine Frau mit meinen Entlassungspapieren. Sie gab mir zusätzlich alle Ergebnisse der durchgeführten Tests mit. Kurze Zeit später schaute noch eine Frau mit der Krankenhausrechnung vorbei, die ich zur Kenntnisnahme unterschreiben sollte. Ca. 31,000฿ hat mein Aufenthalt im Hospital gekostet. Zu guter letzt schaute noch eine Dame mit Medikamenten vorbei. Sie gab mir Medikamente gegen Fieber und Schmerzen mit auf den Weg nach Hause und erklärte mir deren Einnahme. Noch einen Bewertungsbogen ausfüllen, dann war es auch schon 6:25 Uhr und ich verließ das Hospital.

Für 31,000฿ also ca. 800€ bekommt man in Deutschland keine so gute Behandlung in einem Krankenhaus. Für das Geld gibt es dort nicht mal eine Übernachtung ohne Behandlung im Krankenhaus. Natürlich sind aber auch die Preisniveaus und die Währungen der beiden Länder vollkommen unterschiedlich und nicht vergleichbar. Mal abgesehen vom Preis war die Pflege im Bangkok Hospital aber besser als in jedem deutschen Krankenhaus, das ich bisher gesehen habe. Ob die Behandlungsmethoden auch die gleiche Qualität haben? Das kann ich nicht beantworten, hängt aber meiner Meinung aber auch vom Spezialgebiet ab. Hier können die Krankenhäuser wohl besser mit Tropenfiebern umgehen, dafür haben die deutschen Ärzte bestimmt ihre eigenen Qualitäten. Einen objektiven Vergleich will ich auch gar nicht ziehen. Was aber feststeht ist, dass man keine Angst haben muss, hier in Thailand krank zu werden. Mit entsprechender Versicherung, z.B. einer Auslandskrankenversicherung, ist man hier in guten Händen aufgehoben und muss sich keine Sorgen machen!

Habe ich viel Zeit verloren? Ja, durch die Krankheit verzögert sich der Plan zum Divemaster. Ob ich nun gestern auf Samui war oder nicht, ist dabei aber egal. Denn selbst wenn ich auf Koh Tao geblieben wäre, wäre ich alleine durch die Krankheit nicht fit genug gewesen um den Plan weiter fortzusetzen. Ich war einfach so müde, dass ich gestern fast den ganzen Tag geschlafen habe. Wie geht es nun mit dem Divemaster weiter? Der Plan wird etwas angepasst — musste er sowieso wegen geänderten Bootszeiten — aber weiter durchgezogen. Hinten raus wird es sich um max. 1-2 Tage verschieben.

Gegen 6:35 Uhr kam das Taxi von Lomprayah an. Um 7 Uhr waren wir am Pier, wo es zum Einchecken ging. Um 7:50 Uhr begann das Boarding. Und um 8:07 Uhr legte die Fähre dann endlich ab. Unterwegs hat die Fähre halt auf Koh Phangan gemacht, wo die ganzen Party People von der Full Moon Party eingestiegen sind. Man erkennt sie leicht an der neonbunten Kleidung und der Bemalung auf dem Körper. Oder an dem Bier in der Hand mit welchem sie auf das Boot steigen. Ungefähr um 9:50 Uhr fuhr das Boot an Koh Tao vorbei und legte zuerst an Koh Nang Yuan, der kleinen Nachbarinsel von Koh Tao, an. Vermutlich weil dort Passagiere nur ausstiegen und somit der Tiefgang des Bootes verringert werden konnte. Denn als wir anschließend den Pier von Koh Tao anfuhren, gab es eine Durchsage, dass die Passagiere bitte nach vorne gehen sollen denn sonst könne der Katamaran nicht in den Hafen einfahren. Um ca. 10:10 Uhr stand ich auf dem Pier in Mae Haad. Mein Instructor holte mich dort ab, fuhr mich nach Hause und wir verabredeten uns für 11 Uhr in der Tauchschule.

In der Tauchschule legte ich dann den Theorie-Test für den Dive Guide ab. Der Test besteht aus 50 Fragen. Die meisten Fragen habe ich schon gesehen und beantwortet. Es sind dieselben Fragen wie aus den Wiederholungsfragen der Kapitel. Wer also schlau ist und die Wiederholungsfragen häufiger anklickt, bekommt mehr Fragen aus dem Gesamttopf der Fragen zu sehen und kennt so mehr von den möglichen Fragen. Das ist zwar etwas mehr Arbeit in der Vorbereitung aber es lohnt sich. Lediglich eine Handvoll Fragen habe ich vorher noch nicht gesehen. Nach ca. 15 Minuten war ich fertig und hatte 100% der Fragen richtig beantwortet. Also konnte ich eine längere Mittagspause machen, denn erst um 13 Uhr war der Treffpunkt für das Nachmittagsboot, auf welches wir gesetzt waren. Ich packte auch direkt meine Tasche für das Boot.

Mit meinem Instructor und mir war noch ein anderer DMT unterwegs. Die beiden spielten die unerfahrenen Fun Diver und ich sollte als Guide jegliche Verantwortung und Anweisungen übernehmen. Als wir auf dem Boot angekommen sind, übernahm ich so zum Beispiel das Bootsbriefing. Wir fuhren zum Tauchplatz Twins, wo ich dann auch das Tauchgangsbriefing für den ersten Tauchgang übernahm und diesen Tauchgang auch vollständig leitete. Das heißt ich musste navigieren und die Gruppe managen. Während des Briefings sahen wir eine Schildkröte an der Wasseroberfläche nahe des Bootes. Einer der beiden Fun Diver hat sich gewünscht die Schildkröte noch mal zu sehen.

Als wir in das Wasser sprangen und ich das erfrischende Wasser auf meiner Haut spürte, fühlte ich mich gleich noch mal besser. Ich navigierte ohne die Karte auf mein Zeichenbrett abzuzeichnen, nur mit der Karte in meinem Gedächtnis, aber es hat sehr gut geklappt. An Twins war ich ja auch schon öfter. Das einzige Verbesserungswürdige war, dass ich zuerst in Richtung des flachen Wassers und später dann in tieferes Wasser getaucht bin. Eigentlich sollte es umgekehrt sein. Aber dafür habe ich am Ende des Tauchgangs die Schildkröte gefunden und so auch den Fun Diver bzw. den anderen DMT glücklich gemacht 😄.

Im zweiten Tauchgang an Twins übernahm der andere DMT das Tauchgangsbriefing und führte uns zunächst zur Bouyancy World, wo wir im Sandboden ein paar Tauchfertigkeiten geübt haben. Der Instructor hat uns die Fertigkeiten vorgemacht und wir mussten sie einer nach dem anderen nachmachen. Auf dem Rückweg sollte ich uns zum Boot bringen. Das habe ich auch fast geschafft, allerdings war auf dem gesamten Rückweg meine Maske so beschlagen, dass ich fast blind durch die Gegend geschwommen bin. Das ließ sich auch durch Ausspülen der Maske nicht beheben. So kam ich nur in die ungefähre Nähe des Bootes.

Um 19 Uhr bin ich daheim gewesen, war duschen und legte mich kurz ins Bett. Wie es so häufig ist, wenn man sich kurz ins Bett legt, bin ich eingeschlafen. Erst nach 23 Uhr wurde ich vom dummen Geschwafel der feiernden Nachbarn, die auch Deutsch sprachen, geweckt. Das Abendessen habe ich somit verpasst. Die einzige Möglichkeit um diese Uhrzeit noch etwas zum Essen zu finden sind die Street Food Stände vor dem 7eleven, wo ich noch etwas verschlafen hinfuhr und ein Pad Thai im Ei gehüllt für 70฿ gegessen habe.

Nach dem Duschen klingelte noch mein Smartphone. Eine deutsche Rufnummer. Eine Frau meldete sich und sagte sie arbeite im Auftrag meiner Versicherung und fragte ob ich noch weitere Beratung durch die Ärzte ihres Unternehmens wolle, ich sei nun aus dem Krankenhaus entlassen. Ich sagte ihr, dass ich das Krankenhaus heute morgen verlassen habe, aber noch auf die Ergebnisse eines Bluttests aus Bangkok warte und ich über dieses Ergebnis schon noch gerne unterrichtet werden würde. Daraufhin wurde sie sehr arrogant und stellte sich als erhaben da: Sie sagte, das habe sie ja selbst bereits gesagt, das sei ihr klar und ich solle doch bitte ihre Frage beantworten, ob ich noch Betreuung durch einen ihrer Ärzte möchte. Da kam mir bereits das Kotzen. Das ist so typisch deutsch. Wenn sie ihren Job hasst und das gerne an anderen rauslässt, soll sie sich einen neuen Job suchen. Aber so unfreundlich zu sein, obwohl sie mir nicht mal sagt, wer sie ist in dem Sinne, dass sie mir sagt wie überhaupt ihre Rolle in der ganzen Sache ist, verdirbt mir schon wieder die Lust auf Deutschland. Sie sagte nur sie arbeite für „einen Dienstleister meiner Versicherung“. Das kann alles bedeuten, eben auch dass sie bei der Versicherung die Klos putzt. Ich fragte sie also ob ich denn schon Beratung durch ihre Ärzte in Anspruch genommen habe. Sie sagte mir, dass ich gestern mit einem Doktor XYZ telefoniert habe. Das tat ich wirklich auch. Er rief mich auf dem Telefon in meinem Zimmer im Krankenhaus an. Allerdings stellte sich dieser Doktor nicht als Mitarbeiter des Dienstleisters vor, sondern lies mich in dem Glauben, dass er in dem Krankenhaus arbeitete. Das sagte ich auch der Frau am Telefon. Er nutze auch eine Wortwahl, die nichts anderes vermuten ließ, und woher sollte er auch sonst die Nummer des Telefons in meinem Krankenhauszimmer haben. Das finde ich irgendwie äußerst dreist und unseriös und wäre schon fast eine Beschwerde beim Verbraucherschutz wert. Wie auch immer, ich sagte der Frau schließlich, dass ich keine Beratung mehr wünsche.

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