Geschafft!

Tag 61, 28.05.: Der Rescue-Kurs hat ein Ende.

Am Sonntag stand also wie bereits geschrieben nach meinen ganzen freien Tagen erneut die Praxis für den Rescue Diver an. Allerdings war eine der beiden Damen, die ich als Opfer herausfordern soll, kurzfristig krank geworden und so waren wir zu zweit mit dem Tauchlehrer auf dem Nachmittagsboot unterwegs.

Für den ersten Tauchgang waren wir am Tauchplatz Twins. Der Tauchlehrer zeigte uns zunächst ein paar Übungen (Tauchfertigkeiten), machte sie vor und wir sollten sie jeweils einer nach dem anderen nachmachen. Die Übungen waren vergleichsweise harmlos, nicht so wie beim letzten Rescue-Kurs als ich regelrecht vom Opfer angegriffen wurde. Aber die Anforderungen an einen DMT sind eben auch höher als an jemanden, der nur den Rescue-Kurs macht. Die hauptsächliche Übung war das Bergen eines bewusstlosen Tauchers, wobei abwechselnd ich und die Dame gegenseitig für uns das bewusstlose Opfer spielten und wir den jeweils anderen an die Oberfläche bringen mussten. Die Übungen waren in diesem Tauchgang immer unter Anweisungen, das Überraschungsmoment blieb aus. Nach 44 Tauchminuten waren wir fertig und stiegen an die Wasseroberfläche auf.

An der Wasseroberfläche, bevor wir auf das Boot gingen, spielte ich den bewusstlosen Taucher an der Oberfläche. Die Dame musste mir das Equipment ausziehen und mich auf das Boot heben, die Leiter hoch. Das große Boot der Tauchschule ist zurzeit in der Werft und wir waren auf dem kleinen Boot unterwegs. Weil das Boot nicht so groß ist, ist die Leiter auch nicht so hoch. Glück für sie, denn dadurch konnte sie mich auf das Boot heben. Gleichzeitig half die Bootscrew von oben mich auf das Boot zu heben. Die Bootscrew auf dem kleinen Boot ist etwas kooperativer als auf dem großen Boot, mir half das letzte Mal niemand ☹️.

Mit auf dem Boot war eine Gruppe Fun Diver, mit der zusammen ein anderer DMT unterwegs war. In der Oberflächenpause sprang der DMT ins Wasser und sollte von der Dame gerettet werden, während der Tauchlehrer ebenfalls ins Wasser sprang und von mir gerettet werden sollte. Dieses Mal blies ich einfach mein Jacket über den Inflator vollständig auf und war die Flasche samt Jacket in das Wasser, zog meine Flossen und Maske an und sprang hinterher. Mit dem Jacket voraus schwamm ich zu dem Opfer, welches keine Ausrüstung trug. Man sollte immer mehr als das Opfer tragen und weil das Opfer gar keine Ausrüstung trug, war die Schnorchel-Ausrüstung genug. Das Jacket diente in diesem Fall als Auftriebskörper, den man nicht vergessen sollte. Nach meinem dicken Schnitzer beim letzten Mal, werde ich das nicht mehr vergessen 😄.

Im zweiten Tauchgang waren wir ebenso an Twins unterwegs. Dieses Mal baute der Tauchlehrer das Überraschungsmoment ein und forderte uns je nach Augenkontakt heraus, die zuvor geübten Tauchfertigkeiten anzuwenden. Nach 51 Minuten war der Tauchgang beendet. Wir haben den Kurs beide bestanden.

Endlich habe ich den Rescue-Kurs und kann offiziell mit dem Dive Guide beginnen! Außerdem brachte mir die Zertifizierung nun eine weitere Status-Akkreditierung von SSI ein: Den Master Diver. Dieser sollte nicht mit dem Divemaster verwechselt werden. Meine Sammlung an Tauchscheinen wächst jedenfalls schön weiter.

Tauchscheine

Abends waren wir mit einer riesigen Gruppe von an die 20 Personen im Sairee Sairee essen. Ich probierte die Calzone, war aber nicht überzeugt davon, obwohl sie gar nicht so schlecht war. Thai Food gefällt mir einfach besser, aber das gibt es dort nicht. Danach sind wir für eine Stunde weiter in die Diza Bar, wie fast jeden Abend. Allerdings war an diesem Sonntagabend auch die Eröffnung der Factory, ein neuer Club für nicht-kommerzielle House Musik auf Koh Tao. Da fühlt man sich gleich wie in einem Berliner Nachtclub! Die Musik war wirklich gut (wenn man House Musik mag). Als ich gegen 2 Uhr morgens heimfahren wollte, fiel mir auf, dass der Roller ganz schön eierte. Das Hinterrad war platt. Also bin ich ganz langsam im Schritttempo heimgefahren.

Tag 62, 29.05.: Abzeichnen soll gelernt sein.

Am Montagvormittag konnte ich ausschlafen und machte dann etwas Sport. Anschließend habe ich meinen Roller zur Reparatur gebracht. Etwa 100m die Hauptstraße weiter runter ist ein kleiner Reparaturservice. Papierkram spart man sich in Thailand gerne. Den Kostenvoranschlag gab es mündlich: 150฿. Wow! Das sind nicht mal 5€ für das Auswechseln eines Reifens bzw. dessen Schlauchs. Meine Erwartung lag höher. Die Reparaturbude liegt von meinem Zimmer aus rechts die Hauptstraße runter, die Tauchschule aber links. Also hatte ich noch einen schönen Spaziergang die Walking Street entlang zur Tauchschule. Immerhin konnte ich mir dafür auf dem Weg ein Sandwich für das Nachmittagsboot im Café Culture holen. Das Grilled Chicken Sandwich mit zwei großen Stücken Hühnerbrust kostet dort 100฿.

Auf dem Nachmittagsboot sind wir zur Aow Leuk Bay und anschließend zur Tanote Bay gefahren. In der Tanote Bay war ich auch schon bei meiner Erkundungstour mit dem Roller, den Eintritt für den Strand von Aow Leuk wollte ich wegen des Wetters nicht zahlen. Die Tauchgänge waren sehr entspannt, ich war nur mit einem Divemaster und dem anderen DMT unterwegs. Für mehr Übung durfte ich die beiden guiden und das Briefing für die Tauchgänge übernehmen.

In Aow Leuk waren wir 55 Minuten auf max. 8,3m tauchen. Mir ist aber ein dicker Schnitzer unterlaufen: Als ich die Karte des Tauchplatzes auf meine Zeichentafel abgezeichnet habe, habe ich die Kompassrose mit den Himmelsrichtungen um 180 Grad gedreht eingezeichnet. Dort, wo ich dachte es sei Norden, war in wirklichkeit Süden und umgekehrt. Damit habe ich mich beim Guiden unter Wasser ziemlich verirrt, auch wenn ich am Beginn des Tauchgangs eine Kompasspeilung genommen habe und zunächst in die richtige Richtung der Peilung folgend getraucht bin, aber dann unter Wasser mit falscher Karte und Kompass in die falsche Himmelsrichtung navigiert habe. Ich wollte dann nach Westen laut meiner falsch gezeichneten Karte, aber dort wo auf der Karte Westen war, war eigentlich Osten. Das heißt ich folgte Westen auf dem Kompass (statt Osten) und schwamm so in die falsche Richtung. Ich merkte unter Wasser, dass etwas weder mit dem Kompass oder der Karte nicht stimmte. Allerdings lügt der Kompass nie. Nur wusste ich dennoch nicht, in welche Himmelsrichtung ich eigentlich möchte. In diesem Fall hätte mir etwas mehr natürlich Navigation geholfen. Da die Bucht von Felswänden umgeben ist, hätte die Felswand immer an der linken Schulter sein müssen. Trotz der etwas verqueren Navigation war es insgesamt ein guter Tauchgang.

In der Tanote Bay übernahm ich auch wieder das Guiden. Nun lernte ich aus dem Fehler und zeichnete die Kompassrose richtig in die Ecke der Karte auf meiner Zeichentafel. Wir suchten hier zunächst ein versenktes Motorrad, das von einem Damselfisch bewohnt und verteidigt wird. Wenn man das Motorrad berühren will, dann greift der kleine Fisch an. Der Damselfisch war keine 10cm groß, also umso witziger wenn der kleine Racker versucht den Finger anzugreifen. Nachdem wir den kleinen genug geärgert hatten, wollten wir in tieferes Wasser schwimmen um das Wrack eines Katamarans zu finden, allerdings war auf dem Weg dahin die Sicht zu schlecht. Wir brachen die Suche ab und schwammen lieber wieder in den flacheren Bereich der Bucht Richtung Strand. Nach 66 Minuten Tauchzeit waren wieder auf dem Boot.

Die beiden Tauchgänge waren definitiv gut für meine Praxis im Guiden. Das Tauchen mit erfahrenen Tauchern wie den beiden ist sowieso immer ganz entspannter als das Tauchen mit einem Kurs oder Fun Divern.

Tag 63, 30.05.: Freier Tag.

Der Dienstag war mal wieder ein freier Tag. So lernte ich die Theorie für den Spezialkurs Science of Diving. Außerdem habe ich meinen Roller von der Reparatur abgeholt. Es kostete wirklich nur 150฿ und der Reifen war wieder top in Ordnung. Mit dem Roller bin ich rüber nach Mae Haad gefahren und wollte eigentlich zu Papim endlich das Kuy Teav ausprobieren. Die Straße in Mae Haad wurde aber gerade auf der Höhe des Lokals abgerissen und damit war das Lokal unzugänglich. Also war ich doch ein paar Meter weiter bei Yang essen. Nach dem Essen bin in die Tauchschule gefahren (Verrückt, oder? An einem freien Tag.), dort hingesetzt und etwas weitergelernt und später etwas ausgeholfen.

Am Abend habe ich Sport gemacht, war etwas in meiner Lieblings-Garküche am großen 7eleven essen, und habe mich dann mit den anderen wieder in der Diza Bar getroffen. Von dort zogen wir weiter in die Leo Bar und danach noch in die Fishbowl. Wurde ein langer Abend.

Tag 64, 31.05.: Ich Opfer.

Am Mittwoch konnte ich nach der langen Nacht zum Glück ausschlafen. Ich war auf dem Nachmittagsboot wieder das Opfer für den Rescue-Kurs, nun für die andere Dame, die am Sonntag aus gesundheitlichen Gründen (Augenentzündung) nicht teilnehmen konnte, nun aber wieder gesund war und ihren praktischen Teil absolvieren konnte. Wie am Sonntag standen wieder zwei Tauchgänge an Twins auf dem Plan, mit dem selben Tauchlehrer. Dieses mal musste ich die Übungen nicht mitmachen, sondern konnte mich auf meine Opferrolle konzentrieren, was mir nach der langen Nacht auch nur entgegenkam. So spielte ich wieder den bewusstlosen Taucher unter Wasser, den bewusstlosen Taucher an der Oberfläche, der auf das Boot gebracht wird, und übernahm nun auch in der Oberflächenpause das Reinspringen in das Wasser und das Spielen des fast-Ertrinkenden. Im zweiten Tauchgang sollte ich die Dame auch überraschend fordern, allerdings gab mir der Tauchlehrer in meinem Moment ihrer Unachtsamkeit die Anweisung dazu.

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