Same same but different

Tag 43, 10.05.: Buddha’s Birthday.

Am Mittwoch war ich wieder auf dem Frühboot mit derselben Gruppe Fun Diver unterwegs wie am Vortag. Das Frühboot-Standardprogramm war angesagt: Im ersten Tauchgang fuhren wir raus zum Chumphon Pinnacle und im zweiten Tauchgang zum White Rock. Aber leider war an beiden Tauchplätzen heute kein großer Fisch unterwegs. Zwei Tage in Folge wäre das schon sehr glücklich.

Am Mittwoch war übrigens Buddha’s Geburtstag. Das habe ich auch erst an dem Tag selbst erfahren. Am Abend waren daher viele Restaurants geschlossen. Die Clubs und Bars auf der Insel blieben gleich ganz zu. Denn der Alkoholausschank war an diesem Tag verboten. Nicht mal im Supermarkt gab es Alkohol zu kaufen. Wir waren abends noch im Sairee Sairee, wo ich Ende April nach meiner zweiten Ankunft auf Koh Tao noch wohnte, Pizza essen. Die Pizza dort ist echt nicht schlecht, vor allem für Thailand ist sie super gut. Außerdem gibt es hier noch ein „2 for 1“ bei Pizzen. Wenn man eine Pizza bestellt, bekommt man die zweite Pizza gratis. Als wir zahlten, kamen das Militär und die Polizei in das Restaurant und haben Videos mit ihren Smartphones gedreht. Wir sind dann weitergezogen und haben ein Restaurant gefunden, das Bier ausgeschenkt hat, obwohl verboten. Eine halbe Stunde später waren auch hier das Militär und die Polizei anwesend und haben den Laden zu gemacht. Wir sind dann alle nach Hause gegangen. Am nächsten Tag war das Restaurant auch wieder offen. Ob und wenn ja welche Strafe die Besitzerin bekommen hat, kann ich nicht sagen.

Tag 44, 11.05.: Science of Diving.

Auch am Donnerstag war ich wieder auf dem Frühboot, begleitete aber dieses Mal einen Advanced Adventurer (AA) Kurs. Wir fuhren zum Chumphon Pinnacle und anschließend zum Wrack, der HTMS Sattakut, bzw. tauchten von hier aus rüber zu Hin Pee Wee. Die Schüler absolvierten hier ihren Tieftauchgang auf 30m und den Wracktauchgang.

Am Nachmittag lies ich mich in der Tauchschule für den Spezialkurs Science of Diving, Specialty Course Science Of Diving (SC-SOD), bei SSI anmelden. Weil ich etwas Freizeit hatte, wollte ich schon mal mit dem Lernen für diesen Kurs starten. Dieser Spezialkurs macht nämlich einen Dive Guide bei SSI zum Divemaster. Er vermittelt viel schwierige Theorie, weshalb das Lernen sowieso länger dauert als bei anderen Spezialkursen. Ich begann also mit den ersten beiden Kapiteln. Ihr Inhalt ist die Physik des Tauchens, d.h. wie sich Temperatur und Druck unter Wasser auf das Volumen (von Gasen) auswirken, und die Physiologie des Tauchers, d.h. welche Auswirkungen das Tauchen auf den menschlichen Körper hat.

Die Theorie des Kurses war so schwer, dass ich während Kapitel 2 eingeschlafen bin und einen zweistündigen Mittagsschlaf gehalten habe. Das viele tiefe Tauchen jeden Tag macht einen ganz schön müde! Danach den Kopf noch so anzustrengen ist gar nicht so einfach.

Im Übrigen hatte Aquamaster im Laufe des Tages das nächste Tarierjacket bzw. Buoyancy Control Device (BCD) zum Ausprobieren in die Tauchschule gebracht. Allerdings war ich schon nicht mehr dort. Dieses Modell ist das günstigere Modell für ฿21,450, welches ich schon zuvor aufgeführt hatte, das Aqualung ProHD. Im Gegensatz zum teureren Modell, dem Aqualung Axiom, hat es eine eingebaute Rückenplatte und einen zusätzlichen Klettverschlussgurt im Bauchbereich. Also zwei Dinge die man eigentlich nicht wirklich gebraucht. Jedenfalls werde ich auch dieses BCD die nächsten Tage beim Tauchen ausprobieren können.

Mit dem AA-Kurs, mit dem ich am Vormittag tauchen war, bin ich Abendessen gewesen. Wir haben ein Taxi organisiert und sind rüber nach Chalok gefahren, wo wir ein koreanisches Barbecue gegessen haben. Das Ganze ist vergleichbar mit einem Raclette: In der Mitte des Tisches steht ein Grill auf dem man dann Fleisch braten kann. Um die Grillplatte herum befindet sich ein Kochtopf in dem man mit Gemüse und Nudeln eine Suppe kochen kann. Je mehr man grillt, umso mehr Fett und Fleischsaft läuft in die die Suppe um die Grillplatte herum, desto besser schmeckt die Suppe.

An dem Abend habe ich auch ausnahmsweise Alkohol getrunken. Am Freitag war ich auf dem Spätboot, also durchaus möglich. Eigentlich ist mein Alkoholkonsum seit einem Jahr ziemlich stark zurückgegangen und ich trinke wenn überhaupt nur selten etwas Alkoholisches und dann auch nur in kleinen Maßen. Vor allem in Thailand habe ich mich bisher echt sehr zurückgehalten angesichts der günstigen Preise für Alkohol. Ich stellte aber auch erst an dem Abend fest, dass der Gin Tonic im Club hier nur ฿60, also keine 2€, kostet und damit genauso viel wie ein Bier. Dementsprechend schmeckt er auch, betrunken macht er aber.

Tag 45, 12.05.: Schnitzeljagd.

Am Freitag war ich wie beschrieben auf dem Spätboot. Zwar habe ich am Vorabend rechtzeitig den polnischen Abgang gemacht, aber es waren doch einige Gin Tonic und Shots. Umso besser, dass ich ausschlafen konnte.

Ich begleitete nun einen anderen AA-Kurs wie am Donnerstag. Wir blieben für beide Tauchgänge an den Twins. Die Twins sind zwei Felsformationen unter Wasser, die sehr ähnlich aufgebaut sind und unweit voneinander liegen. Deswegen nennt man sie die Twins (Zwillinge). Der erste Tauchgang war der Tarierungstauchgang des AA-Kurses, der zweite Tauchgang der Navigationstauchgang. Dieselben Tauchgänge hatte ich schon am 01.05. bei einem anderen AA-Kurs begleitet. So tauchten wir im ersten Tauchgang nahe den Twins durch die Buoyancy World, die aus künstlichen Objekten besteht, und die Schüler absolvierten einen Parcours und tauchten durch die Objekte hindurch. Im zweiten Tauchgang sollten die Schüler die Navigation übernehmen. Auch wie schon am 01.05. war der Navigationstauchgang echt voll anstrengend. Das Problem ist, immer wenn der Tauchlehrer den Schülern unter Wasser auf dem Zeichenbrett das Ziel vorgibt und die Schüler dann dorthin navigieren sollen, rasen sie wie bei einer Schnitzeljagd los und wollen unbedingt schnell das Ziel erreichen. Dabei hat man so keine Chance die Unterwasserwelt zu genießen und auf sich wirken zu lassen. Ohne Rücksicht auf die Tauchbuddys schwammen die Schüler davon. Als sie einmal in die falsche Richtung schwammen, und die Klopfsignale des Tauchlehrers überhörten, musste ich hinterhersprinten und die Schüler einfangen. Dabei erwähnte ich im Tauchgangsbriefing noch mal, dass sie wirklich langsam tauchen sollen, sonst ist die Luft eh nur viel zu schnell weggeatmet.

Tag 46, 13.05.: Der verpasste große Fisch.

Am Samstag war ich dann wieder auf dem Frühboot unterwegs und begleitete einen Open Water Diver (OWD) Kurs, also den Anfängerkurs. Weil es der letzte Tag des OWD-Kurses war, hatten wir einen Videographen dabei, der den Kurs und auch mich filmte. Wir fuhren zuerst zum Chumphon Pinnacle, wo der OWD-Kurs den Tieftauchgang runter auf 18m hatte. Für den zweiten Tauchgang fuhren wir zum Green Rock, an der Rückseite von Koh Nang Yuan, der kleinen Nachbarinsel von Koh Tao. Der Green Rock liegt sozusagen auf dem Rückweg vom Chumphon Pinnacle zum Pier. Dennoch bin ich noch nie dort tauchen gewesen.

Wir tauchten mit dem Kurs an der Boje, an dem unser Boot anlegte, bzw. ihrem Seil ab und schwammen links herum an die Steilwand vor Koh Nang Yuan. Hier entdeckten wir einen Blaupunktrochen und eine Weißaugenmuräne, gleichzeitig, unter einem Stein. Ein paar Meter weiter sahen wir die gestreifte Seeschlange, die ich zuletzt auch schon bei White Rock dreimal gesehen hatte. Witzig war auch ein kleiner Baby-Wimpelfisch, der beim Abstieg am Seil schwamm, sich dann aber hinter dem Tank eines Schülers positionierte und ca. 15 Minuten dort im Strömungsschatten mitgeschwommen ist. Als wir dann über dem Sandboden waren, haben die Schüler für das Video ein paar Rollen unter Wasser gemacht. Dabei hat sich der Babyfisch den Kameramann als neue Mami ausgesucht und sich an ihn geheftet. Ich habe dann meinen Arm zu dem Babyfisch hingehalten und er ist meinen Arm entlang zu meinem Rücken geschwommen, wo er mir wohl folgte. Einfach zuckersüß der Kleine! Irgendwann war er aber weg. Ich frage mich heute noch wie es dem kleinen Baby-Wimpelfisch wohl so geht?

Am Green Rock war zu der selben Zeit aber auch ein Walhai unterwegs. Mit auf dem Boot war noch eine Gruppe aus zwei Fun Diver, bei Mitarbeiter der Tauchschule. Die beiden haben den Walhai gesehen, weil sie sich nach dem Abtauchen nach rechts Richtung Blauwasser orientiert haben und dort zuerst den Schatten des Walhaies erblickt haben. Wir haben ihn mit unserem Kurs nicht gesehen, weil wir uns eben in eine andere Richtung orientiert hatten. Weil wir das einzige Boot an dem Tauchplatz waren, hatten die beiden den Walhai für sich alleine und haben echt coole Aufnahmen mit der GoPro gemacht.

Auf dem Rückweg mit dem Boot zum Pier machten wir noch bei White Rock halt, weil dort angeblich ein weiterer Walhai unterwegs war. Wir sind also am White Rock mit der Schnorchelausrüstung ins Wasser gesprungen und haben nach dem Walhai gesucht. Leider haben wir dort keinen Walhai gefunden. Das Glück sollte uns an diesem Tag wohl fehlen.

Am Samstag fiel auch die Entscheidung, dass ich nun schnellst möglichst den Erste-Hilfe-Kurs, React Right – First Aid and CPR (FA, CPR) (SC-RR-FACPR), und den Rescue Diver Kurs, Specialty Course Stress & Rescue (SC-SR), abschließen sollte, die bei SSI beide als Spezialkurse gelistet sind. Meine mittlerweile an die 50 Tauchgänge sind genug um die Ausbildung zum Dive Guide zu starten, allerdings brauche ich zwingend noch die beiden Spezialkurse als Voraussetzung für die offizielle Anmeldung. Eigentlich habe ich die letzten Wochen nur gewartet, ob noch jemand die Spezialkurse machen möchte, um so einen Buddy bei den Kursen zu haben. Allerdings scheint es nun so, dass ich die Kurse alleine machen werde. Sie sind wie gesagt die letzten Voraussetzungen die mir zum Dive Guide fehlen.

Tag 47, 14.05.: Déjà-vu.

Am Sonntag war ich wieder auf dem Frühboot. Als wir zum Chumphon Pinnacle rausgefahren sind, kamen uns zwei Boote entgegen. Sie haben uns das Handzeichen für den Walhai zugewunken. Auf dem zweiten Boot zeigten sie sogar an, es wären zwei Walhaie. Schon vor der Ankunft an dem Tauchplatz war die Aufregung also groß. Hinzu kommt, dass wir das einzige Boot am gesamten Chumphon Pinnacle waren. Sowas kommt echt selten vor, vor allem wenn Walhaie unterwegs sind. Normalerweise sind hier bis zu einem Dutzend Boote unterwegs, teilweise richtig große Boote, fast schon Schiffe, die alleine an die dreißig Taucher an Bord haben.

Ein OWD-Kurs hatte sogar einen Videographen dabei. Ich war mit dem OWD-Kurs vom Vortag unterwegs, der nun ein AA-Kurs war, weil sich alle Schüler dazu entschieden, mit der Tauchausbildung fortzufahren und den Advanced Adventurer zu erlangen. Es war wie gesagt nur unser Boot am Pinnacle. Bevor ich den Walhai überhaupt sehen konnte, habe ich nach dem Einsteig in das Wasser, beim Schwimmen zur Boje, wo wir absteigen wollten, unweit des Bootes, wieder eine Bleitasche verloren. Das ist mir schon während dem Nachttauchen passiert. Nur, dass wir uns dieses Mal im 30m-tiefen Wasser befanden. Ich habe noch gesehen, wie die Tasche unter mir Richtung Meeresgrund gesunken ist, bis sie zu tief war und ich sie aus den Augen verlor. Blei hat definitiv einen negativen Auftrieb und sinkt damit immer rasch gen Meeresgrund. Hinterher zu tauchen hätte ich nicht geschafft. Weil ich nun ein Kilo Blei verloren hatte und nur noch ein Kilo bei mir trug, durfte ich zunächst also erstmal die Flossen wieder ausziehen, zurück auf das Boot klettern, ein weiteres Kilo Blei nehmen, es in die andere, übrig gebliebene Bleitasche packen, die Flossen wieder anziehen und zurück ins Wasser springen. Dann endlich konnten wir abtauchen. Weil der Tauchkurs nun sowieso den Tieftauchgang machte und auf 30m tauchen wollte, tauchten wir dann an der Stelle entlang, wo ich die Bleitasche verlor. Allerdings konnten wir nichts entdecken. Wir schwammen also weiter, schließlich wollten wir noch den Walhai sehen. Eine andere Gruppe hatte ihn bereits gefunden und durch Klopfsignale seine Position signalisiert. Dann sahen wir ihn auch. Wieder ein kleiner Walhai, um die 3m groß. Es war nur einer unterwegs, keine zwei wie uns fälschlicherweise signalisiert wurde. Und wir hatten ihn ganz für uns alleine. Kein riesiger Schwarm Taucher, der dem Walhai hinterherschwimmt. Keine Luftblasen. Freie Sicht auf den schönen Fisch! Dennoch drehten sich meine Gedanken bei diesem Tauchgang nur um die Bleitasche, das Jacket war schließlich geliehen und so eine Bleitasche kostet um die 40-60€. Sie lag immer noch irgendwo unter mir auf dem Meeresgrund. Im Gegensatz zum ersten Mal, wo ich das Blei bei Nacht in der Nähe des Strandes verlor, war es hier auf 30m Tiefe. Das erschwert die Suche etwas und begrenzt die Zeit, die man in die Suche investieren kann. So viel Glück muss man aber erstmal haben, die Bleitasche innerhalb von einer Woche zweimal zu verlieren aber trotzdem beide Male wieder zu finden!

Statt zum Wrack zu fahren entschied der AA-Kurs am Chumphon Pinnacle zu bleiben. Schließlich sieht man einen Walhai nicht alle Tage. Im zweiten Tauchgang habe ich mich von dem AA-Kurs getrennt und bin mit zwei Fun Divern, beide professionelle Taucher die in der Tauschule arbeiten, abgetaucht um das Blei zu suchen. Wir sind also vom Boot schnurstracks abgetaucht und haben den Bereich zwischen Boot und Boje abgesucht. Weil wir vorher schon so tief tauchen waren, war die Nullzeit auf der Tiefe von 30m wo wir suchten, stark begrenzt. Wir haben die Nullzeiten ganz schön ausgereizt und sind immer weiter höher getaucht, während wir das Riff abgesucht haben. Nach 10 Minuten Suche haben wir uns via Handzeichen schließlich dazu entschlossen die Suche aufzugeben. Genau in diesem Moment schaue ich vor mir auf das Riff und sehe hinter einer Anemone die Bleitasche liegen. Ich wollte gleich nach ihr greifen, dann fiel mir aber ein, dass Anemonen nesseln und ich lieber nicht unüberlegt reingreife. Also alarmierte ich zunächst die beiden Kollegen durch Klopfen mit meiner Taschenlampe auf den Tank. Einer der beiden übernahm und griff nach der Bleitasche. Dann steckte er sie zurück in mein Jacket. Wir tauchten noch etwas über das Pinnacle. Viel Nullzeiten blieben mir aber nicht übrig, weil wir im ersten Tauchgang schon so tief waren. Irgendwann hatte ich selbst auf 14m kaum Nullzeit mehr und verblieb auf 8m Tiefe. Den Walhai haben wir nicht mehr gefunden. Dann tauchten wir zurück zum Boot und auf. Ich war einfach nur total glücklich die Bleitasche wieder zu haben. Vor allem da wir die Hoffnung gerade aufgeben wollten.

Zurück auf der Insel habe ich den Rest des Tages die Theorie für den Erste-Hilfe-Kurs gelernt. Wie schon bei den anderen Spezialkursen waren auch hier 5 Kapitel inklusive deren Wiederholungsfragen online oder via App zu absolvieren. Zum Lernen habe ich mich wieder in das Blue Water am Strand gesetzt, die Sonne ein bisschen genossen und Kaffee getrunken:

Abends waren wir mit einer großen Gruppe Burger essen im Hippo Burger. Es war der Kursabschluss eines OWD-Kurses. Die Glücklichen waren an dem Tag auch auf dem Boot und haben den Walhai auf ihrem Abschlussvideo. Der Burger — ich hatte den Burger mit Lamm und Feta — war echt richtig gut. Nach dem Abendessen, gerade als wir gehen wollten, hat es übel zu schütten angefangen. Deshalb habe ich mir im 4P Supermarkt gegenüber erstmal einen Regenponcho gekauft um halbwegs trocken zu Hause anzukommen.

Tag 48, 15.05.: KEIN TAUCHEN. WAS?!

Am Montag hatte den Erste-Hilfe-Kurs. Dieser besteht nur aus Theorie und es sind keine Tauchgänge für die Zertifizierung notwendig. Also konnte ich am Morgen endlich mal wieder Sport machen. Ich nutzte die Gelegenheit und bin insgesamt 4-5km den Berg hoch und wieder runtergelaufen.

Um 10 Uhr war ich dann in der Tauchschule und habe 1,5h ein Video zur Erste-Hilfe geschaut. Anschließend gab es noch Theorieunterricht mit einem Tauchlehrer. Den Abschluss bildeten ein Test mit 30 Fragen zur Erste-Hilfe und ein Test mit 15 Fragen zum Oxygen Provider. Der Oxygen Provider qualifiziert dazu einer Person reinen Sauerstoff zu verabreichen. Das ist vor allem nach einem Tauchunfall, egal ob Dekompressionsunfall oder Lungenüberdehnungsverletzung, eine sehr wichtige erste Maßnahme.

Ich habe beide Tests bestanden und wurde damit bei SSI mit dem Brevet React Right – Course Combination (FA, CPR, AED, O2) zertifiziert. Nun bin ich ausgebildeter Ersthelfer. Nicht nur für Tauchunfälle, sondern generell. Mein letzter Erste-Hilfe-Kurs war vor dem Führerschein, vor fast 10 Jahren. Das einzige an das ich mich von damals noch erinnerte war das Verhältnis bei der Herz-Lungen-Wiederbelebung: 30 Kompressionen, 2 Beatmungen. Unabhängig vom Tauchen ist es daher nicht ganz unsinnig die Kenntnisse mal wieder aufzufrischen, auch wenn ich noch nie in die Situation gekommen bin ernsthafter Ersthelfer zu sein — zum Glück.

Am Abend habe ich noch die Theorie für den zweiten Spezialkurs, den Resuce Diver, gelernt. Auch hier gab es online oder via App wieder 6 Kapitel zu lesen und deren Wiederholungsfragen zu beantworten.

Tag 49, 16.05.: Rescue Diver.

Am Dienstag stand nun die Ausbildung zum Rescue Diver an. Es ging um 10 Uhr los und direkt zum Tauchen in das Meer vor der Tauchschule, also nicht vom Boot aus, sondern vom Strand. Das Problem war nur, dass extreme Ebbe geherrscht hat und somit das ohnehin schon flache Wasser noch flacher wurde. Wir mussten also erstmal ein ganz schönes Stück schwimmen und tauchen bis wir auf 6m Tiefe waren. Dazu muss man bei dem flachen Wasser ständig auf die Korallen aufpassen, dass man ihnen und sich selbst keinen Schaden zufügt. Hinzu kommt, dass das Wasser heute vergleichsweise sehr wellig war.

Weil ich den Kurs wie gesagt alleine mache, war ich mit der Tauchlehrerin auch alleine unterwegs. Wir haben Übungen, die ich damals größtenteils auch im Open Water Kurs (OWD) gemacht habe, wie den Notaufstieg, das Ablegen des Equipments im Wasser, etc. zu zweit wiederholt. Aber auch zusätzliche Übungen wie das Abschleppen an der Wasseroberfläche. Insgesamt waren wir über eine Stunde im Wasser. Unterwegs haben wir noch jede Menge Müll eingesammelt, 4-5 Plastikflaschen und eine Cola-Dose, und mit zum Strand genommen um den Müll ordnungsgemäß zu entsorgen.

Die Boje, die Taucher mit der Aufschrift „Diver Below“ markiert, trieb während den Übungen ab und ging verloren. Die Tauchlehrerin hat sie aber absichtlich losgelassen, schließlich brauchte sie freie Hände für die Übungen. Wir haben sie später, als wir wieder am Strand waren, entdeckt. Wir waren uns aber nicht sicher, ob das gelbe Objekt wirklich die Boje ist. Es schwamm ca. 300m vom Strand entfernt auf derselben Stelle. An Der Boje hing eine Schnur mit einem Stück Blei am Ende. Gut möglich, dass sich die Boje irgendwo verfangen hatte und deshalb dort auf der Stelle trieb.

Erstmal aßen wir zusammen zu Mittag. Währenddessen erhielt ich Theorieunterricht von der Tauchlehrerin mit PowerPoint-Folien. Gegen 14:30 Uhr waren wir dann fertig. Ich bin nochmal mit Schnorchel-Equipment in das Wasser um die Boje zu holen. Die 300m zu schwimmen hat sich gelohnt: Es war zum Glück wirklich die Boje. Das Bleistück am Ende der Schnur hatte sich wirklich gut in einem Riff verhakt. Ich konnte die Schnur aber einfach entgegen der Strömung rausziehen und musste nicht abtauchen um die Boje zu befreien. Ich habe die Schnur dann aufgewickelt, die Boje unter den Arm genommen und bin zurück zum Strand geschwommen.

Am Nachmittag habe ich dann das zweite geliehene BCD zurück zu Aquamaster gebracht. Dort habe ich auch gefragt, ob sie auch Modelle ohne Bleitaschen haben, aber das gibt es mittlerweile bei Aqualung nicht mehr. Die Verkäuferin meinte ich kann die Bleitaschen höchstens rausnehmen und sie an Land lassen, wenn ich die Bleitaschen nicht benutzen möchte. Das habe ich auch heute beim Tauchgang gemacht, nach meinen schlechten Erfahrungen mit den Bleitaschen.

Am Abend hat es wieder geregnet. Generell ist das Wetter zurzeit sehr wechselhaft. Es regnet jeden Tag, aber eigentlich nur für ein paar Stunden. Zwischendrin scheint die Sonne oder es ist bewölkt. Meistens regnet es auch eher am Abend oder in der Nacht. Das gute Wetter mit durchgehender Sonne ist aber scheinbar erstmal vorbei.

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