Tauchen und Spezialkursausbildung

Tag 34-37 (01.05. – 04.05.): Tauchen und Spezialkurse.

Zurzeit passiert nicht viel aufregendes. Ich gehe einfach jeden Tag tauchen. Entweder auf dem Frühboot am Morgen oder dem Spätboot am Nachmittag. So war ich auch am Montag auf dem Spätboot tauchen. Ich schloss mit einer Gruppe bestehend aus einer einer Schülerin, die sich gerade im Advanced Adventurer (AA) Kurs befand, und ihrem Guide an. Sie hatte an diesem Tag ihre beiden Tauchgänge zur Tarierung und zur Navigation. Bei dem Tauchgang zur Tarrierung sind wir in der Bouyancy World einen Parcours durch künstliche Objekte geschwommen. Die Bouyancy Word heißt so, weil sie ein Spielplatz zur Übung der Tarierung bzw. der Schwerelosigkeit (= Bouyancy) ist. Im Tauchgang zur Navigation hat sie navigiert und ich schwamm als ihr Tauch-Buddy neben ihr her. Die beiden Tauchgänge waren auch für mich gut, so konnte ich meine Kenntnisse aus meinem AA wieder etwas auffrischen.

Am Dienstag bin ich auf dem Frühboot zum Chumphon Pinnacle rausgefahren. Das ist der Tauchplatz an dem ich dem großen Fisch begegnet bin. Eigentlich fährt das Frühboot immer zum Chumphon Pinnacle und dem White Rock bzw. dem Wrack der HTMS Sakkakut nahe dem White Rock. Das ist das Standardprogramm wegen der Kurse für den Open Water Diver und den Advanced Adventurer die in der Tauchschule fast täglich starten. Daher fährt das Boot auch täglich dieselben Tauchplätze an. Auch an diesem Tag begleitete ich die Schülerin vom Montag bei ihren zwei Tauchgängen zum Tieftauchen bis auf 30m und zum Wrack-Tauchgang an der HTMS Sattakut. Allerdings war auch noch ein weiterer Fun Diver dabei und somit schwamm ich den beiden anderen hinterher, der Tauchlehrer vorne weg. Am Pinnacle haben mich vor allem die Putzerfische genervt. Sie saugen sich gerne irgendwo fest, zum Beispiel an den Beinen und reißen dabei gerne auch ein paar Härchen aus. Oder sie knabbern direkt an Wunden herum. Das ist nervig weil es ständig an den Beinen zwickt oder sticht.

Nach der Tour mit dem Frühboot kaufte ich am Nachmittag bei DiveSupply, einem Laden  für Tauchausrüstung hier auf Koh Tao, meine ersten Teile der Tauchausrüstung: Ein Rash Guard, also ein langärmliges Oberteil zum Schwimmen mit UV-Schutz (฿1,090), Füßlinge bzw. Tauchschuhe für die Geräteflossen (฿1,790), eine Schreibtafel zur Nutzung unter Wasser (฿300), eine Maske (฿2,660), und die Geräteflossen (฿4,355). Insgesamt zahlte ich also ฿10,195. Das entspricht zurzeit etwa 270€. Weil ich von Tauchequipment natürlich noch nicht so viel Ahnung habe — mir fehlt einfach schlichtweg die Erfahrung — lies ich mich von der Verkäuferin im Laden beraten. Die Verkäuferin konnte allerdings nicht so gutes Englisch. Ihr meistbenutztes Verkaufsargument war „das kaufen viele Divemaster“. Meine Frage, ob die Flossen zum Beispiel eher hart oder weich sind, hat sie nicht verstanden. Von daher kaufte ich die Ausrüstung auch eher auf gut Glück.

Am Dienstag habe ich dann noch erfahren, dass am Mittwoch der Spezialkurs für die Navigation, Specialty Course Navigation (SC-NV), stattfinden wird. Der Kurs besteht aus einem Selbststudium, welches man über die SSI App oder über die SSI Webseite durchführen kann. SSI steht übrigens für Scuba Schools International und ist die Ausbildungsorganisation zu der die Tauchschule gehört. Somit habe ich den restlichen Dienstag und auch den Mittwochmorgen während dem Frühstück damit verbracht, das Selbststudium zu absolvieren. Es besteht aus 5 Kapiteln an deren Ende jeweils Wiederholungsfragen beantwortet werden müssen. Die Wiederholungsfragen eines Kapitels muss man 100% richtig haben, sonst werden die Fragen des Kapitels nicht angerechnet. Über die SSI Webseite kann man die Kapitel sehen, wo man nicht alle Wiederholungsfragen richtig beantwortet hat, über die App geht das leider nicht. Außerdem kann man in der App keine Videos schauen, hierfür muss man noch mal ein Upgrade kaufen, was zusätzlich kostet. Über die Webseite kann man die Videos aber schauen, wenn auch die Videos keinen wirklichen Mehrwert bringen.

Am Mittwochmorgen um 10 Uhr hatten wir dann eine kurze Theoriesession zur Navigation mit Videos und Erläuterungen durch einen Tauchlehrer. Im Anschluss an die Theoriesession gab es einen kleinen Wissenstest mit 25 Fragen. Wir waren zu zweit in dem Kurs und haben den Test beide mit 0 Fehlern bestanden. Danach hieß es die Taschen für das Nachmittagsboot zu packen. Schließlich wollen wir die Theorie auch gleich in die Praxis umsetzen.

Am Nachmittag ging es dann auf das Boot, wo zwei Navigations-Tauchgänge auf uns warteten. Weil wir zu zweit waren, waren wir Tauchbuddies. Im ersten Tauchgang sollten wir einfache Umkehrkurse (d.h. gerade aus und wieder zurück), Dreieckskurse und Rechteckskurse navigieren. Den Startpunkt haben wir im Sand durch ein Stück Blei markiert. Bei den Kursen sollte einer von uns abwechselnd mit dem Kompass navigieren während der andere die Anzahl der Flossenschläge zählte. So sollte bei einem Rechteck jede Seite gleich lang, das heißt gleich vielen Flossenschlägen entsprechen. Genauso beim gleichschenkligen Dreieck. Es war erstaunlich, dass schon bei 10 Flossenschlägen, die wir immer in eine Richtung schwimmen sollten, die Strömung dafür sorgte, dass wir vom Kurs abgewichen sind und unsere Kurse ca. 2-3m neben dem Bleistück beendeten. Im zweiten Tauchgang an Three Rocks, wo das Wasser maximal 6m tief ist, sollten wir nun die komplette Navigation übernehmen, während der Tauchlehrer hinterher geschwommen ist. Das Zeichenbrett, welches ich am Vortrag gekauft hatte, hat sich ausgezahlt. Die Karte des Tauchplatzes konnten wir auf das Zeichenbrett abzeichnen und sie für die Navigation mit unter Wasser nehmen. Der Tauchlehrer übernahm die Tauchgangsplanung und hat uns ein bisschen gesagt, was er ungefähr sehen möchte, die eigentliche Navigation unter Wasser übernahmen wir dann vollständig. Es war ein perfekter Tauchgang: Wir navigierten genau die gewünschte Route entlang, sahen Schnecken, Kugelfische, und einen Feuerfisch, schwammen durch den Swim-Through und fanden den Weg zurück zum Boot. Danach blieb uns noch genug Luft in den Tanks um nach der Schildkröte an Three Rocks zu suchen und wir haben sie gefunden. Nach über einer Stunde war der Tauchgang dann vorbei. Bestanden! Nun bin ich zertifiziert mit dem SSI Specialty Course Navigation.

Am Donnerstag war ich erneut auf dem Frühboot. Das heißt wieder das Standardprogramm Chumphon Pinnacle und White Rock. Am Pinnacle waren wieder Putzerfische unterwegs, die uns auf dem Tauchgang begleitet haben und sich an unseren Lufttanks festgesaugt haben. Sie haben mir auch wieder in eine Wunde am Bein gebissen. Drecksviehcher! Leider sahen wir auch an diesem Tag keinen großen Fisch. Dafür haben wir Riesenbarrakudas und einen an die 2m großen Riesenzackenbarsch (Giant Grouper). Später am White Rock haben wir eine Seeschlange gesehen. Das erste Mal, dass ich einer Schlange unter Wasser begegnet bin. Aber keine Panik, die Schlangen sind zwar äußerst giftig, aber dafür überhaupt nicht aggressiv. Man hält einfach einen respektvollen Sicherheitsabstand zu ihr, so wie man ihn zu jedem wilden Tier halten sollte.

Am Donnerstagnachmittag hatten wir zu dritt den Spezialkurs für das Nitroxtauchen, Specialty Course Enriched Air Nitrox Level 2 (40%) (SC-EAN), belegt. Dieser Kurs besteht nur aus reiner Theorie und auch wieder aus einem Selbststudium mit vier Kapiteln und deren Wiederholungsfragen, welches über die SSI App oder Webseite zu absolvieren war. Normalerweise taucht man beim Sporttauchen mit Luft, die wir auch an der Oberfläche atmen. Diese Luft besteht hauptsächlich zu 21% aus Sauerstoff und 79% aus Stickstoff. Als Nitrox bezeichnet man nun jedes beliebige Gemisch ebenfalls aus Sauerstoff und Stickstoff, bei dem der Sauerstoffanteil über den 21% der Luft liegt. Die gängigsten Mischungen sind EAN32 bzw. EAN36 mit 32% bzw. 36% Sauerstoffanteil und 68% bzw. 64% Stickstoffanteil. Der Spezialkurs erlaubt uns mit bis zu 40% Sauerstoff zu tauchen. Der Vorteil am Tauchen mit Nitrox ist, dass der Körper nicht so stark mit Stickstoff gesättigt wird und daher die Gefahr einer Dekompressionskrankheit reduziert wird. Daher kann man mit Nitrox in der Regel länger unter Wasser bleiben als mit normaler Atemluft. Allerdings darf man nicht so tief tauchen wie mit Atemluft, weil sonst die Gefahr einer Sauerstoffvergiftung besteht. Wir hatten also reinen Theorieunterricht zum Tauchen mit Nitrox, bestehend aus Lehrvideos und anschließenden Erläuterungen durch die Tauchlehrerin. Wie immer mussten wir anschließend einen Test mit 25 Fragen beantworten. Leider habe ich 2 Fragen falsch beantwortet und am schlechtesten von uns dreien abgeschnitten. Und das als angehender Divemaster. Schande über mich! Die Zertifizierung habe ich aber trotzdem erhalten.

Die Spezialkurse brauche ich übrigens als Voraussetzung für die Ausbildung zum Dive Guide bzw. Divemaster. Für die ersten beiden bestandenen Spezialkurse (bei mir Navigation und Nitrox), sowie 12 geloggte Tauchgänge erhält man die Auszeichnung als Speciality Diver von SSI. Die 12 Tauchgänge hatte ich schon nach meinen Tauchgängen auf Koh Phi Phi, bevor ich zum zweiten Mal auf Koh Tao angekommen bin. Da ich nun jeden Tag tauchen gehe, bin ich schon bei um die 30 Tauchgängen. Demnach habe ich die zusätzliche Auszeichnung erhalten 😎 SSI will einen damit motivieren, mehr Geld für Zertifizierungen auszugeben. Auch wenn man keine Spezialkurse macht, bekommt man je nach Anzahl der gelogten Tauchgänge auch einen unterschiedlichen Status.

Stufen des Amateurtauchers:

SSI Diver Training Programs
SSI Diver Training Programs

Stufen des Profitauchers:

SSI Dive Professional Career Programs
SSI Dive Professional Career Programs

Am Mittwoch bin ich aus dem Sairee Sairee ausgezogen und in einen neuen Bungalow gezogen. Der Bungalow liegt oberhalb von Sairee Beach auf dem Berg. Die Straße dahin ist äußerst bescheiden. Der Bungalow hat ein Wohn- und Schlafzimmer, ein Bad und eine Küche. Allerdings hat mir die erste Nacht in dem Bungalow schon nicht so sehr zugesagt und ich weiß nicht, ob und wie lange ich dort bleiben werde. Die ฿15,000 Miete, exklusive Stromrechnung, sind nicht gerade wenig und ich fühle mich dort einfach unwohl. Sehen wir mal, was die Zukunft so bringt.

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