Einleben auf Koh Tao

Tag 30, 27.04.: Mehr als nur Fun.

Am Donnerstag war Trevor der Dive Guide für die Fun Dives. Als angehender DMT wurde mir von ihm besondere Verantwortungen übertragen und er hat mich mehr in die Organisation und Planung der Bootsfahrt einbezogen.

Noch im Büro der Tauchschule zeigte er mir zunächst das System mit dem Whiteboard auf dem die Taucher, die mit dem Boot mitfahren, stehen. Anhand der Anzahl werden dann die benötigten Tanks abgeleitet. Wir waren nur zwei kleine Gruppen und brauchten daher nur 18 Tanks. Meine Aufgabe nach Betreten des Bootes war es die Tanks zu zählen und zu schauen ob auch mindestens 18 Tanks an Bord sind. In der Tauchschule übergab Trevor mir auch die Verantwortung über die Tauchcomputer. Auch hier muss die Anzahl ausgerechnet werden und die Computer mit an Bord genommen werden. Am Ende des Tages sollen alle Computer wieder im Fach in der Tauschule sein.

Beim Ausstieg vom Taxi war meine Aufgabe dann die Taschen vom Taxi aus zu verteilen. Auch das ist eine typische DMT-Aufgabe. Sowie am Pier helfen auf das Boot zu klettern. Manchmal muss man hier über mehrere Boote klettern.

An Bord des Schiffes sollte ich wie gesagt zuerst die Tanks zählen. Anschließend prüfte ich die Existenz des Kits mit den Spare Parts (Ersatzteilen), des First Aid Kits (Erste-Hilfe-Set) und des Tool Kits (Werkzeug-Set). Ich nahm die Tauchplaner-Hefte mit den Dive Spots für die Briefings aus dem Schrank und legte sie auf der richtigen Seite aufgeschlagen bereit.

Der erste Dive war an Aow Leuk. Für mich war es das erste Mal an diesem Dive Spot. Der Spot ist eher flach und so erreichten wir eine maximale Tiefe von 12,4m. Dafür waren wir aber auch ganze 64 Minuten unter Wasser.

In der Pause zwischen den Dives sollte ich den Captain des Schiffes nach dem Oxygen fragen. Oxy was? Ich habe den Captain also nach Oxygen gefragt und er gab mir eine kleine Tasche mit einem Kit. Jeden Donnerstag soll das Oxygen Kit mit der Oxygen (Sauerstoff) Flasche geprüft werden. In dem Tank befindet sich reiner Sauerstoff zur Beatmung falls ein Taucher an einer Dekompressionskrankheit leidet.

Der zweite Dive war an Shark Island. Die Insel heißt nicht so, weil es dort besonders viele Haie gibt, sondern weil der Fels aussieht wie die Rückenflosse eines Hais. Hier gingen tauchten wir ganz leicht tiefer, bis auf 13,5m. Dementsprechend war die Tauchzeit etwas kürzer und lag bei 54 Minuten. Je tiefer man taucht umso mehr Luft verbraucht man, umso schneller ist der Tank leer, umso eher muss man auftauchen und umso kürzer ist die Tauchzeit. Gesehen haben wir eine Schnecke, einen kleinen süßen, gelben Kofferfisch (Yellow Boxfish), und wieder einen Blaupunktrochen.

Auf der Heimfahrt prüfte ich das Spare Part Kit an Bord des Bootes auf Vollständigkeit. Nach getaner Arbeit gab mir Trevor noch ein paar Tipps, wo auf der Insel die besten Viewpoints und Schnorchelplätze sind. Außerdem riet er mir dazu dem Bootsjungen täglich zuzuschauen, wie er das Boot am Pier anlegt. Denn in 1-2 Wochen könne ich ihm dann helfen das Boot am Heck festzulegen, während der Bootsjunge am Bug anlegt. Es sei immer nützlich zu wissen, wenn man in einer Tauchschule arbeiten will, wie ein Boot anzulegen ist.

Bevor wir von Bord gingen, prüfte ich ob alle Tauchcomputer da waren. Denn mein Job war es alle vollzählig zurück ins Büro zu bringen. Im Büro sollte ich dann ein Bisschen kontrollieren, dass alle Taucher ihr geliehenes Equipment ordentlich säubern und aufhängen. Außerdem suchte ich mit Stefan alle Ersatzteile, die im Spare Part Kit fehlten, raus und legte diese Teile für das Boot am nächsten Tag bereit.

Trevor hat mich an dem Tag ganz schön ins kalte Wasser geschupst. Aber ich habe an dem Tag auch echt viel gelernt und mir hat das alles Spaß gemacht. Er ist definitiv ein erfahrener und guter Lehrer, das ließ ich ihn auch wissen. Und er sagte mir ich werde ein guter Divemaster sein.

Abends sind wir mit mehreren Schülern der Tauchschule bei einem indischen Restaurant, Shalimar, essen gegangen. Das Essen war sehr gut, aber auch sehr reich an Kohlenhydraten: Kartoffeln, Kartoffeltasche, Reis und Naan Brot. Satt wurde man alle male. Danach ging es zum Tanzen in die Lotus Bar am Strand. Dort wird viel mit Feuer gespielt, es gibt ein Feuerstangen-Limbo und Feuerseilhüpfen. Wer sich traut darf gerne mitmachen. Wie bei der Full Moon Party. Aus Eimerchen getrunken wird hier übrigens auch.

Tag 31, 28.04.: Deutsches Schnitzel.

Am Freitag ging es für mich auf wieder das Nachmittagsboot. Wieder ausschlafen, yes! Beim frühen Boot ist nämlich immer um 7:30 Uhr Treffpunkt an der Tauchschule. Wobei man sagen muss, dass es hier auf Koh Tao bei allen anderen Tauchschulen noch viel früher losgeht, teilweise um 5:30 Uhr. Heute tauchten wir wieder mit einem anderen Guide, Simone, in der Fun Diver Gruppe. In der Gruppe waren wir zu viert: Der Guide, zwei Fun Diver, die auch am Vortag mit mir tauchen waren, und ich.

Am ersten Tauchgang waren wir bei den Twins (so heißt der Dive Spot). Im Sandboden befinden sich dort jede Menge Shrimps. Sie sind so süß, wie sie in ihrem Loch im Meeresboden sitzen und ständig den Sand rausschaufeln. Auch einen Blaupunktrochen haben wir wieder gesehen. Es ging runter bis auf maximal 17m und wir tauchten ganze 65 Minuten lang. Weil nicht alle Taucher in der Gruppe das Advanced-Level haben, dürfen wir nur bis maximal 18m tauchen.

Der zweite Tauchgang war dann an Three Rocks. Dort sahen wir zwei Wasserschildkröten. Wir waren gut eine Stunde im Wasser, und ich hatte noch 100 Bar auf dem Tank. Allerdings ist das Wasser hier auch sehr flach und wir waren auf maximal 7m. Von daher ist der Luftverbrauch sowieso gering.

Am Abend in der Tauchschule habe ich den Motorroller bekommen. Uli, von dem ich den Motorroller geliehen habe, hat mir noch seinen Bungalow gezeigt. Er meinte bei ihm in der Anlage wird bald noch ein baugleicher Bungalow frei, ich solle dann mal seinen Vermieter anrufen. Ich schaute mir dann noch einen anderen Bungalow an, den in einer Facebook Gruppe inseriert wurde. Preislich waren die beiden identisch und lagen auch nur ca. 100m Luftlinie voneinander entfernt. Allerdings fand ich den ersten, den Uli mir gezeigt hat, besser.

Zum Abendessen waren wir wieder eine große Gruppe und haben uns auf ein Schnitzel bei Uschi, die Deutsche ist und seit 10 Jahren auf Koh Tao lebt, verabredet. Für ฿260 gab es dort zwei große Schnitzel mit Salat und Pommes. War wirklich gut und mal eine Abwechslung zum Thai Food. Für mich das erste Abendessen in Thailand ohne Thai Food. Bei der Größe der Portion wird auch nicht gekleckert. Das Hightlight bei Uschi für mich war aber Mr. Brown, einer großer rotbrauner Hund, mit weichem Fell, der wie ein Teddybär daherkommt.

Nach dem Essen sind wir in die Diza Bar. In der Diza standen ein paar „4 gewinnt“ Spiele rum. Der Barkeeper wollte unbedingt gegen mich spielen. Und er ist echt verdammt gut! (Kein Wunder, er spielt ja auch jeden Abend) Tja, er hat trotzdem gegen mich verloren. Ist auch etwas unfair, denn er musste zwischendrin noch Kunden bedienen. Aber verloren ist verloren. Später wollte er noch eine Revanche, die dann unentschieden ausging. Ich sehe schon kommen, dass er jetzt jedes Mal gegen mich spielen will 😉. Den Stand von 1-0-1 lässt er nicht auf sich sitzen. Nach der Diza sind wir noch ein Bisschen durch die anderen Bars am Sairee Beach getingelt: Wieder in die Lotus Bar, dann in das Fishbowl, das Leo und zuletzt in das BND.

Tag 32, 29.04.: Verpasster Walhai.

Eigentlich war ich für den Samstag auf das Vormittagsboot gesetzt. Weil das Boot aber so voll wurde, hat man mich am Freitagabend auf das Nachmittagsboot versetzt, wo ich mit Hannes, dem Guide, und seiner Anfängergruppe im Open Water Diver (OWD) Kurs getaucht bin. Als wir am Mittag noch in der Tauchschule waren und die Taucher vom Vormittagsboot zurückkamen, hatten sie uns erzählt einen Walhai am Chumphon Pinnacle gesehen zu haben. Genau dort wo ich auch einen gesehen hatte. Allerdings war dieser nun angeblich 6-7m groß, also etwas größer als der, den ich gesehen habe. Tja. leider Pech gehabt. Aber ich habe ja schon einen Walhai gesehen, von daher geht für mich die Welt nicht unter. Und wenn die so häufig hier sind, werde ich bestimmt noch einen sehen in den nächsten 2 Monaten ☺️.

Die beiden Tauchgänge fanden beide an den Twins statt. Wo ich auch gestern schon tauchen war. Weil es für die Anfänger der erste Tauchgang vom Boot war und sie natürlich noch etwas nervös waren, so wie ich damals auch, waren die Tauchgänge weder besonders lang, noch besonders tief. Wir machten unter Wasser noch ein Paar Gleichgewichtsübungen und übten nach dem Safety Stop noch den gemeinsamen Luftausstieg, wenn einem der beiden Buddies die Luft ausbleibt.

Zum Abendessen sind wir mit dem Roller rüber nach Chalok im Osten von Koh Tao gefahren. Bei einem Thai gab es dort ein gutes Massaman Curry. Anschließend sind wir zurück nach Sairee Beach und waren wieder in der Diza Bar, wo wir mehr Leute von der Tauchschule getroffen haben. Ich konnte dem 4-gewinnt-Spiel mit dem Barkeeper irgendwie entgehen. War auch gut so, denn ich war viel zu müde. Irgendwie war ich am Samstag schon um 6:30 Uhr wach, obwohl ich Samstagmorgen erst um 2:30 Uhr daheim war und trotz, dass ich am Samstag auf dem Nachmittagsboot war und hätte ausschlafen können. Am Sonntag war ich für das Vormittagsboot gesetzt, von daher musste ich dann auch früh raus. Deswegen habe ich mich auch um 22:30 Uhr aus der Diza Bar ins Bett verabschiedet. Mein Hotel ist im übrigen immer noch das Sairee Sairee Guesthouse, wo ich meine Unterkunft verlängert habe. Für den Bungalow von Uli’s Vermieter habe ich allerdings am Samstagabend nach einer Besichtigung schon ฿10,000 Kaution hinterlegt und werde am 02.05. dort einziehen.

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