Ob Phi Phi und ich doch noch Freunde werden?

Tag 25: Seitenwechsel auf Koh Phi Phi Don.

Der Tag startete mit einem kleinen Workout. Nach dem Frühstück hieß es dann mal wieder Sachen packen und auschecken. Ich verließ das Phi Phi Village im Norden der Insel. Das Phi Phi Village und ich sind keine Freunde geworden. Es ist doch etwas langweilig dort, dazu ist das Essen mittelmäßig und überteuert. Seitdem mich die Tauchschule gestern hat sitzen lassen, habe ich es dort gar nicht mehr gemocht und wollte einfach nur noch weg!

Bereits kurz nach der Ankunft im Phi Phi Village entschied ich mich auch noch die andere Seite der Insel Koh Phi Phi Don auszuprobieren und buchte ein Hotel direkt in der Nähe des Ton Sai Piers. So nahm ich heute das kostenlose Longtail-Taxiboot meiner Unterkunft im Phi Phi Village und fuhr zurück zum Ton Sai Pier. Dieses mal fuhr das Boot in der Loh Ba Kao Bay ab und die andere Richtung um Laem Por, den Südzipfel der Insel, herum. Am Ton Sai Pier schnappte ich meine Taschen und lief zum Hotel, dem P.P. Insula, keine 5 Minuten zu Fuß entfernt.

Nach dem Check-In besorgte ich mir im Tourismusbüro gegenüber gleich ein Ticket für eine Tour am nächsten Tag. Die Tour startet um 9:30 Uhr und geht bis zum Sonnenuntergang. Dabei führt sie ein mal rund um Koh Phi Phi Don und die kleine unbewohnte Nachbarinsel Koh Phi Phi Leh. Meinen Bericht gibt es dann morgen an gewohnter Stelle. Das Ticket kostete ฿750. Alternativ gab es auch eine kleine Tour ab 10:30 Uhr für ฿450, die nur um Koh Phi Phi Leh herum führt. Im Hotel bot man mir noch an für ฿1200 meine eigene private Tour mit einem Longtail-Boot zu planen. Neben der Tagestour rund um die beiden Phi Phi Inseln habe ich auch gleich für Montag ein Transfer-Ticket zurück nach Krabi Stadt für ฿350 erstanden.

Nach der Buchung der beiden Tickets habe ich zwischen 12:30 Uhr und 13 Uhr ca. 6-7 Tauchschulen bzw. Tauchcenter hier im Ort abgeklappert, ob es möglich wäre noch an einer Bootsausfahrt am Nachmittag teilzunehmen. Überall sagte man mir ich sei zu spät und verwies mich an andere Tauchcenter. Irgendwann hatte ich dann aber alle Tauchcenter durch. Beim letzten Tauchcenter weit den Ort rauf sagte mir eine junge Dame dann ich solle es doch mal am Pier beim PKT Dive Center probieren, die würden nicht nein sagen. Wie sich später rausstellte war die Dame mal mit einem Tauchlehrer in dem Center liiert. Also lief ich den ganzen Weg zurück zum Pier, an allen schon gefragten Tauchcentern noch mal vorbei. Gegen 13:10 Uhr traf ich dort ein. Und tatsächlich! Es war noch möglich. Man sagte mir, dass das Boot um 14 Uhr losfährt und ich noch mitfahren könne. Perfekt. Also noch mal kurz zurück ins Hotel Geld, Tauchschein, Tauch-Logbuch und die Badesachen holen. Die Bootstour mit zwei Tauchgängen hat All-In, d.h. inklusive Equipment und Verpflegung, ฿2500 gekostet. Wieder im Dive Center suchte mir ein Mitarbeiter das Equipment raus. Alles irgendwie etwas alt, abgenutzt und dreckig. Die erste Brille die mir in die Hand gedrückt wurde war ein Witz. Die ursprünglich durchsichtig-weiße verwandelte sich in eine gelbbraune Farbe. Auf Nachfrage gab man mir dann doch eine bessere Brille. Auch das angebotene Rash Guard (Oberhemd) war noch so ein Witz, voll mit Löchern, und so entschied ich in meinem T-Shirt zu tauchen. Generell ging es hier etwas komisch zu. Zwar fragte man mich welches Tauchlevel ich habe und ich sollte es auch in den Liability-Wisch eintragen, aber niemand wollte tatsächlich meinem Tauchschein sehen.

Irgendwann gegen 14:20 Uhr ging es los zum Boot am Pier. Das Boot war in diesem Fall ein Longtail-Boot. Außer mir waren noch vier andere Kunden an Bord, allesamt Chinesen, der Chef des Dive Centers, auch Chinese, ein weiterer Guide und mein Guide, Brandon. Brandon kommt ursprünglich aus Neuseeland und hat dort auch seine Tauchausbildung gemacht. Er ist gerade erst seit 3 Wochen hier auf Koh Phi Phi Don, sein erster anderer Spot neben Neuseeland zum Tauchen. Wir werden heute nur zweit tauchen, angenehme Gruppengröße. Die Chinesen machen ihr eigenes Ding. Auf der Fahrt bauten die Guides das Equipment für alle zusammen. Aus meiner Tauchausbildung auf Koh Tao kenne ich das so nicht, da durften die Schüler das selbst machen. Auf dem Longtail-Boot ist aber auch nicht gerade viel Platz, in der Mitte waren die Luftflaschen gestapelt, und es wackelte, daher war mir das recht.

Die Fahrt ging raus zu einem riesigen Felsen an der Rückseite von Koh Phi Phi Leh, der vor der Ton Sai Bay von Koh Phi Phi Don, also südlich der Insel, aus dem Wasser ragt. Viking Cave wird dieser Spot genannt. Dort angekommen prüften Brandon und ich ob wir bei den Handzeichen für die Kommunikation unter Wasser auf der selben Seite sind. Dann gab es ein kleines Briefing. Wobei Briefing schon zu hochgestapelt wäre. Im Prinzip sagte er mir wir tauchen von links nach rechts und entweder die Zeit ist dann rum oder wir haben keine Luft mehr, dann tauchen wir wieder auf. Der Buddy-Check fiel aus. Geht’s noch?! Selbst die Luftzufuhr drehte mir Brandon beim Aufbau bereits auf. Ein komisches Gefühl jemand anderem so vertrauen zu müssen. Es heißt nicht umsonst: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Gerade wenn es um die Atemluft geht. Immerhin checkte ich das Manometer, ob auch Druck auf dem Tank ist und atmete noch im Boot ein paar mal durch den Atemregler ein und aus, um sicher zu sein, dass da auch Luft drin ist. Für mich war es auch komisch ohne Tauch-Computer zu tauchen. Bei den Rainbow Fish Divers auf Koh Tao wurde uns immer ein Tauch-Computer zur Verfügung gestellt. Ohne Computer hat man keine Kontrolle darüber wie tief und wie lange man taucht, und ob und wie lange ein Safety Stop notwendig ist. Man muss voll und ganz dem Guide, also in dem Fall Brandon, vertrauen. Mit einer Rolle rückwärts ging es vom Longtail-Boot ins Wasser.

Nach dem Abtauchen waren alle Luftsorgen wie weggeblasen. Mich überkam wieder die pure Entspannung des Tauchen, wie vor zwei Wochen auf Koh Tao. Wir tauchten zu einem künstlichen Riff vor dem Fels, bestehend aus Stahlgitter-Würfeln, die nach der Tsunami-Katastrophe 2004 hier versenkt wurden damit sich das Riff erholen kann. Jede Menge Fischies schwammen hier durch die Gegend. Auch ein kleiner Rochen zeigte sich auf dem Meeresboden. Zum Schluss tauchen wir am Riff direkt am Fels entlang. Aus dem Riff schaute eine schwarze Muräne. Außerdem zeigte mir Brandon einen Pistol Shrimp (Knallkrebs) der in einem kleinen Loch im Sandboden wohnt. Der Shrimp heißt so weil er kleine Blasen abschießen kann, die mit mehreren tausend Grad Celsius explodieren und so seine Beute töten. Nach 45 Minuten war der Tauchgang zu Ende. Meine Atmung bei dem Tauchgang war sehr ruhig und somit hatte ich am Ende sogar noch mehr als 80 Bar Druck auf dem Tank. Leider haben wir keinen Hai gesehen, obwohl an dieser Stelle oft Haie unterwegs sind. Mit einer maximalen Tiefe von 16,4m waren wir auch gar nicht so tief unterwegs. Weite Teile des Riffs sind hier sehr seicht.

An Bord des Longtail-Bootes gab es Wassermelone und Bananen. Dazu kostenloses Wasser. Außerdem konnten wir vor der Abfahrt zwischen Pad Thai und gebratenem Reis wählen, welches es nun zum Essen gab. Als alle Passagiere wieder an Bord waren sind wir rechts um den Fels herum zur Malong Wall gefahren. Das war der zweite Spot für diesen Nachmittag. Große Wellen, ca. 2-3m hoch und höher als das Longtail-Boot, schlugen auf dieser Seite des Fels über das Wasser. Das Boot schaukelte entsprechend auf und ab, hin und her. Den vier chinesischen Kunden ging es nach und nach immer schlechter. Am Ende hingen alle vier nur noch über der Reling und kotzten sich die Seele aus dem Leib. Weil resistent gegen Seekrankheit, lachte ich darüber nur. Während der kurzen, aber sehr wackeligen Fahrt bauten die Guides die Luftflaschen um. Nachdem sich die andere Gruppe endlich aufgerappelt hatte und im Wasser war, sind Brandon und ich auch ins Wasser. Das Schwimmen machte bei dem Wellengang keinen Spaß, also gingen wir auch relativ schnell runter und tauchten hier wieder unter Wasser an dem Riff vor dem Fels lang. Unter Wasser formte der Fels zwei Tunnel, durch die wir durchgetaucht sind. Jede Menge Fische, Schnecken und Korallen gab es an diesem Riff zu sehen. Auf dem Rückweg in die andere Richtung warnte mich Brandon zum Glück vor einem kleinen Feuerfisch am Riff, den ich übersehen hatte und etwas zu nahe kam. Der kleine Fisch ist äußerst giftig. Und dann sah ich in etwas ferne doch noch einen mindestens 1m-langen Riffhai an uns vorbeischwimmen. Yes! Genau den wollte ich unbedingt sehen. Und es kommt noch besser: Kurz vor dem Auftauchen haben wir noch eine große Meeresschildkröte gesehen. Der Panzer hatte gut einen halben Meter Durchmesser. Wir beobachteten sie einige Minuten lang beim Fressen. Nach ganzen 54 Minuten tauchten wir auf, in meinem Tank waren noch 60-70 Bar. Generell habe ich den Eindruck, dass hier mehr Lebewesen unter Wasser umherschwimmen und auch die Artenvielfalt größer ist als auf Koh Tao. Das mag vielleicht an der anderen Umgebung un den verschiedenen Lebensbedingungen liegen, aber vielleicht auch daran, dass es auf Koh Tao zu viele Tauchschulen gibt und die Riffe dort darunter leiden. Auf Koh Phi Phi gibt es einfach viel weniger Tauchschulen und dazu mehr Riffe.

Der Einstieg in das Boot bei dem Wellengang war sehr schwierig. Wegen der kaputten Tauchschuhe hatte ich Probleme das Band der Flosse über die Ferse zu bekommen. Es schlug mich gegen das Boot und zog mich etwas unter Wasser. Zum Glück blieb ich unversehrt. Brandon und ich waren die letzten noch fehlenden Passagiere und so ging es zurück zur Insel. Die Rückfahrt war aufgrund der Wellen wieder sehr wackelig, zumindest bis wir in die schützende Bucht eingefahren sind. Brandon lobte noch mal meine Tauchfähigkeiten. Als ich ihm sagte, dass es für mich erst Tauchgang Nummer 11 und 12 überhaupt sind, wollte er das nicht glauben. Er dachte ich wäre schon viel erfahrener 😄. Also ist genug Potenzial für meine Ausbildung zum Dive Guide vorhanden 😉. Es war ein tolles Gefühl am Pier das Longtail-Boot zu verlassen und wieder auf festem Boden zu stehen. Mittlerweile ging die Sonne schon unter.

Im Übrigen habe ich die Action Cam heute bewusst daheim gelassen. Nachdem der Tauchgang mit dem Walhai technisch schlecht lief, ob es nun daran lag, dass ich mich zu sehr auf das Filmen konzentrierte oder nicht, und ich nun zum ersten Mal in einem anderen Tauchcenter tauchte, wollte ich mich zunächst auf das Tauchen fokussieren. Daher gibt es keine Bilder von all den Fischen, Korallen, Haien, Muränen und Schildkröten die ich heute gesehen habe.

Nach einer warmen Dusche im Hotel habe ich in der Markthalle direkt vor dem Hotel zu Abend gegessen. Die Preise für das Essen, aber auch für Wasser, sind hier unten im Süden der Insel wenigstens normal. Das Chicken Basil beim Street Food in der Markthalle war im Gegensatz zu der ekelhaften Version gestern einfach phenomenal lecker! Und kostet hier auch nur ฿80, der normale Preis dafür in Thailand und weniger als die Hälfte im Vergleich zum Norden der Insel. Apropos Cash: Mein Bargeld in Baht (฿) neigt sich dem Ende. Die Limite meiner beiden Visa-Karten sind ausgereizt und ich kann kein Bargeld mehr am Automaten ziehen. Allerdings habe ich nun über das Online-Banking Geld auf eine der beiden Karten überwiesen und hoffe, dass es morgen früh frisches Bargeld gibt. Ansonsten kann ich für mein Frühstück Teller waschen gehen 😄.

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