Tagesausflug nach Railay Beach

Tag 21: Der wunderschöne Railay Beach.

Gestern Abend bin ich in der Stadt Krabi angekommen. Krabi ist auch gleichzeitig der Name der Provinz Krabi, sowie des Verwaltungsbezirks (Amphoe) Mueang Krabi. In Krabi Stadt selbst gibt es nicht allzu viel zu sehen. Man muss auch sagen, dass der Tourismus in der Stadt nicht sooo krass ausgeprägt ist wie andernorts. Dafür ist die Provinz, zu der viele Inseln gehören, sehr schön und beherbergt mehr Tourismus.

Das Hotel im Frühstück fiel heute aus. Es werde heute kein Frühstück serviert hieß es an der Rezeption. Dass vor der Tür noch ein Banner „American breakfast here“ hängt, interessiert auch keinen. Immerhin empfahl mir die Dame von der Rezeption ein kleines Kaffee einen Block weiter, May and Mark’s House. Die Speisekarte ist dort wirklich riesig: Frühstück, Thai Food, European Food, Kuchen, Shakes, Säfte, Tees, Kaffees, alles als Iced Versionen, etc. Ich wollte zunächst den Cold Brew Kaffee ausprobieren, mit Händen gab mir die freundliche Bedienung aber zu verstehen, dass dieser nicht verfügbar sei. Also wählte ich einen Espresso Doppio und das Monkey Porrdige. Letzteres heißt so weil es Bananen beinhaltet. Zusammen mit einem kleinen Wasser kostete der Spaß ฿135. Endlich mal ein richtiger Espresso, der was taugt. Und er war wirklich gut! Sonst bekommt man hier häufig nur Instant Kaffee.

Als heutiges Tagesziel habe ich mir den Railay Beach, der eigentlich Rai Leh heißt, ausgeguckt. Er gehört zu der wunderschönen Provinz Krabi. Der Strand befindet sich auf einer Halbinsel, die nicht über den Landweg zu erreichen ist, nur über Wasser. Typischerweise mit dem Longtail-Boot (Taxiboot). So begab ich mich gegen 11 Uhr an den Pier von Krabi Stadt. Man muss nicht lange suchen, sondern wird schon lange vor Ankunft am Pier von den Taxibootfahrern mit den typischen Sprüchen („Taxi“, „Taxiboot“, „Where you go?“) angequatscht. Die Fahrer wollen ihr Boot nämlich voll bekommen und werben deshalb sehr aktiv. So kaufte ich bei dem Fahrer ein Ticket für Hin- und Rückfahrt für insgesamt ฿300. Dann hieß es warten, der Fahrer wollte weitere Passagiere. Er will Geschäfte machen und die Fahrt soll sich für ihn so richtig lohnen. Wir waren bereits drei Passagiere (ich und ein englischsprachiges Pärchen), sollten aber trotzdem warten. Ich nutzte die Gelegenheit um noch mal zum Supermarkt zu gehen, Wasser schadet bei den Temperaturen nie. Nach gut 45 Minuten Wartezeit wurden wir drei aber immer ungeduldiger. Gegen 12 Uhr Mittags fährt kaum jemand noch zum Railay Beach. Wir waren so spät sowieso schon eine Ausnahme. Als wir bei dem Fahrer und seinen Taxikollegen Druck machten, bot man uns sofort loszufahren wenn jeder weitere ฿50 zahlt. Das haben wir natürlich alle geschlossen abgelehnt und gesagt, dass wir entweder jetzt sofort losfahren oder unser Geld (die ฿300) zurück wollen. Dann wurden wir immerhin schon ins Boot gesetzt, während der Fahrer zum Anwerben weiterer Fahrgäste noch eine Runde über die Straße lief. Also Warten an anderer Stelle. Gegen 12 Uhr fuhren wir dann aber endlich los. Circa 35 Minuten später waren wir am Railay Beach.

Abenteuerlich ist gar kein Ausdruck für die Fahrt mit dem Longtail-Boot. Das Gleichgewicht des Bootes wird nur gehalten indem die Fahrgäste entsprechend auf der linken oder rechten Seite positioniert werden. Wir waren irgendwo mitten in der Mündung des Flusses zum Meer, das Ufer in weiter ferne, als ein größeres Schiff vor uns kreuzte und höheren Wellengang verursachte. Mir blieb der Atem kurz stehen. Der Fahrer stellte den Motor aus. Dann schaukelte das Boot auf und ab, von links nach rechts, Wasser spritzte durch die Gegend. Als der Wellengang nach vier bis fünf großen Wellen vorüber war und wir nicht gekentert waren, hieß es tief ausatmen. Wahrscheinlich ist der Fahrer erfahren genug, wenn wer die Strecke täglich fährt, solche Situationen zu meistern. Ob er nun einen Bootsschein hat oder nicht.

Aber kommen wir zurück zum Railay Beach. Unser Boot legte am Railay East Beach an (dann gibt es konsequenterweise auch einen Railay West). Der Railay East Beach ist nicht zum Baden geeignet. Hier gibt es nur ein paar Restaurants und einen flachen Aussichtspunkt am Wasser:

Vom Pier am Railay East lief ich nach links Richtung Süd-Westen, an dem Aussichtspunkt vorbei, einen Weg zwischen Felswand und Resort-Mauer entlang. Dieser Weg führte zum Phra Nang Beach. Ein wunderschöner Strand, leider nur viel zu voll mit Menschen und mit Booten. Nichts mit idyllischem Paradies.

Wo es viele Menschen gibt, da gibt es auch viel Müll. Und obwohl hier für Thailand vergleichsweise viele Mülleimer, oder zumindest Säcke, rumstehen, liegt auch immer noch zu viel Müll auf dem Boden rum. Schuld daran sind auch die Street Food Boote, die am Strand stehen und viel Plastikmüll verkaufen.

Am Morgen habe ich noch alle meine Bade-Shorts in die Wäsche gegeben. Da hatte ich leider noch nicht entschlossen an den Strand zu fahren. Die Stadt Krabi selbst hat keinen Strand, ergo braucht man hier auch eigentlich keine Badehosen. Notgedrungen musste meine verbleidende Sporthose herhalten. Das ganze Kameraequipment mitzuschleppen hat sich bei den vielen Menschen nicht gelohnt. Die vielen Menschen und Boote ruinieren jedes noch so schöne Landschaftsfoto. Es ist leider auch gerade die Busy Season. Statt dem Kameraequipment wäre ein Buch zum Lesen für den Strand angebrachter gewesen.

Vom Phra Nang Beach lief ich am Nachmittag zurück über den Railay East und dann in Richtung des Railay West Beach. Auf dem Weg dorthin habe ich noch an einem Thai Restaurant halt gemacht und zu Mittag gegessen: Beef Salad (Yum Nua), Omelette gefüllt mit Pad Thai und ein Wasser für zusammen ฿240.

Yum Nua
Yum Nua
Pad Thai im Omelette
Pad Thai im Omelette

Der Railay West Beach ist ein großer Strand, links und rechts riesige Kreidesteine, bewachsen mit Dschungel. Von hier versuchte ich noch weiter nördlich zum Ton Sai Beach zu gelangen. Allerdings existierte der auf der Touristen-Karte eingezeichnete Weg nicht. Stattdessen stand ich vor dem Privatgrundstück eines Resorts. Am Weststrand befinden sich generell sehr viele Bungalows direkt am Strand. Wer hier einen Bungalow mietet muss aber auch mit dem Longtail-Boot anreisen. Ich verblieb dann hier und kühlte mich etwas im Wasser ab.

Gegen 16:30 Uhr verließ ich die Westküste und lief wieder zurück zur Ostküste. Dort sollte das Taxi um 17 Uhr abfahren. Das Ticket für die Rückfahrt hatte ich bereits zusammen mit der Hinfahrt gekauft. Der Fahrer sagte da schon zu uns, die Rückfahrt sei um 17 Uhr. Scheinbar war ich der letzte fehlende Passagier. Denn obwohl ich schon um 16:40 Uhr am Pier an der Ostküste ankam, fuhren wir direkt los.

Am Abend bin ich wieder über die beiden Nachtmärkte gelaufen. Die Märkte sind jeweils nur 20m vom Hotel entfernt, das Hotel liegt quasi in der Mitte. Auf dem Wochenmarkt fand ich dieses Mal eine kleine Küche die Pad Thai angeboten hat. Für mickrige ฿40 gab es hier so ein unglaublich leckeres Pad Thai, wie man in Deutschland nirgends bekommen würde. Und die Zubereitung selbst war schon ein Highlight. Wie der Koch mit zwei riesigen Grillspachteln zuerst die Shrimps und anschließend obendrauf die Nudeln von links nach rechts über die vor ihm stehende Herdplatte schob, dabei mit einem scheinbar dritten Arm mit der Kelle die Soße aus dem Eimer hob und hinzu goss, währenddessen aber mit einem Spachtel die Tropfen der Kelle auffing, hat mich einfach fasziniert. Ein Profi durch und durch. Zum Nachtisch probierte ich auf gut Glück vorgeschnittenes Obst. Es stellte sich als Rose Apple (Javaapfel) und Guava (Guave) heraus. Der Rose Apple war relativ lecker, die Guava empfand ich aber als trocken und nicht süß. Zu den Früchten wurde auch noch ein Zucker gereicht.

Rose Apple und Guava
Rose Apple und Guava

 

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