Dauerregen auf Koh Tao.. mit Happy End

Tag 9: Regen.

Donnerstagmorgen. Es regnet nun den vierten Tag in Folge auf Koh Tao. Hotelbesitzer Josef meinte es sei nicht üblich und sehr außergewöhnlich, dass es um dieses Jahreszeit regnet. Normalerweise sind es hier im April an die 40° C und es ist furztrocken. Weil es „nur“ 26° C sind und durch den ganzen Regen mit leichtem Wind, friert man sogar etwas in Shorts und T-Shirt.

Im Januar 2017 waren die Regenfälle so heftig, dass das Wasser 1,5m hoch an der Ortschaft am Strand stand. Dazu war der Wellengang wohl so hoch, dass keine Boote mehr von/nach Koh Tao fuhren konnten. Deshalb wurden auch Lebensmittel etc. etwas knapp. Normalerweise regnet es im Januar nie auf Koh Tao. Zumindest laut Josef nicht in den letzten 10 Jahren wo er hier ist. Wer will den Klimawandel da noch leugnen?

Zum Glück mache ich die Tauchschule, sodass der Regen nicht ganz so tragisch ist. Unter wasser, von unten betrachtet, sieht der auf die Wasseroberfläche prassende Regen sogar ziemlich cool aus. Allerdings kann man morgens/abends vor/nach der Tauchschule nicht wirklich viel machen. Gut, dass ich Bücher eingepackt habe.

Durch die viele Feuchtigkeit gibt es extrem viele Moskitos, auch tagsüber, die meine Beine ganz schön durchlöchert haben. Die Badesachen trocknen bei dem Wetter natürlich auch nicht nach dem Aufhängen. Nach 2 Tagen an der Luft sind sie so einigermaßen trocken.

Die Tauchschule ging am Donnerstag erst um 11 Uhr los. Wir haben die restlichen Lehrvideos geschaut und etwas Theorieunterricht gehabt. Nach einer Mittagspause mussten wir dann wieder die Ausrüstung zusammensuchen und -bauen. Dann ging es erneut vom Strand aus ins Wasser. Auf Koh Tao beginnen die Korallen schon bei 50cm Wassertiefe. Daher ist es schwierig hier zu schwimmen und dabei nicht die Korallen zu beschädigen. Korallen brauchen sehr viel Zeit zum Wachsen. Um Schäden zu vermeiden sollte man sie daher nicht berühren, weil sonst auch das Ökosystem leidet. Zunächst haben wir unter Wasser ein paar Übungen gemacht: Den Atemregler aus dem Mund nehmen, wegwerfen und ihn wiederfinden, die Notversorgung mit Luft über einen Tauch-Buddy, die Ausrüstung unter als auch über Wasser abnehmen und wieder anziehen, etc. Anschließend sind wir noch ein bisschen auf 5m Tiefe durch die Gegend getaucht, bis der Luftvorrat aufgebraucht war.

Beim anschließenden Abendessen nach der Tauchschule hatte ich ein nicht so tolles Erlebnis. Ich habe Pad Thai und einen Papaya-Salat bestellt. Nachdem ich das Pad Thai gegessen hatte, und den halben Papaya-Salat habe ich in selbigem eine tote Made gefunden. Wuaaahhh! Das hat mir natürlich den Appetit sofort vergehen lassen. Passiert bei solchen Temperaturen eben. Ich wollte daraus kein Drama machen und habe die Bedienung beim Bezahlen ruhig darauf per Gabelzeig hingewiesen und ihr angeboten ฿100 statt ฿150 für beide Gerichte zu zahlen, was immer noch mehr als fair war. Zunächst wollte sie das nicht akzeptieren, Maden seien inevitable, aber schließlich hat sie doch eingelenkt und zugestimmt. Eine Entschuldigung gab es nicht. Ziemlich unhöflich und untypisch für Thailand.

Tag 10: Immer noch Regen. Mit etwas Hoffnung.

Auch der Freitagmorgen startet mit heftigem Regen. Gegen 7 Uhr war der Regen so stark, dass er mich geweckt hat. Los ging es mit der Tauchschule an diesem Tag um 10 Uhr, spät genug um also noch eine kleine Runde zu schlafen. An der Tauchschule angekommen, gab es zunächst wieder etwas Theorieunterricht. Anschließend mussten wir ein Quiz bzw. einen Test mit 50 Fragen beantworten. Die Fragen waren nicht schwer und teilweise ein bisschen in der Art wie beim Führerschein (Wenn ein Ball auf die Straße rollt, was mache ich? a) vollgas geben b) anhalten und warten, ein Kind könnte hinterherrennnen.). Wie sich später rausstelle: Keine Fehler!

Zwischenzeitlich hat es wieder so geregnet, dass Schlamm durch den Fluss runter bis ins Meer gespült wurde. Im Meer nahe des Strandes hat sich ein Teppich aus brauner Brühe breit gemacht. Das war genau der Regen über den Josef erzählt hat, der im Januar weite Teile der Insel verwüstet hat. Zum Glück hielt der Regen dieses mal nur 20-30 Minuten an, keine Stunden lang.

Nach dem Theorieteil ging es am Nachmittag zum ersten Mal auf’s Boot. Zunächst hieß es aber an der Tauschschule die Taucherausrüstung in die Tasche packen. Dann wurden wir mit dem Taxi der Fahrschule zum Pier gefahren, wo das Boot gewartet hat. Taxi heißt in dem Fall, dass alle Taschen auf die Ladefläche eines Jeeps gepackt werden, und alle Passagiere sich daneben auf die Kanten der Ladefläche setzen. Weil es auf Koh Tao etwa 60 bis 70 Tauchschulen gibt, ist der Pier viel zu voll mit Booten und die Boote parken in mehreren Reihen. Es kann daher vorkommen, dass man über mehrere Boote darübersteigen muss, bis man zu dem Boot seiner eigenen Tauchschule gelangt. Wir mussten tatsächlich über ein anderes Boot drüberklettern um zu unserem Boot zu gelangen. Verrückt.

Wir sind zunächst zur kleinen Nachbarinsel Koh Nang Yuan gefahren. Hier ging es für unsere Gruppe bis auf 10m Tauchtiefe runter. Es gab jede Menge Fische zu sehen. Direkt am Boot war sogar ein ganzer Schwarm. Danach sind wir weiter zu „Three Rocks“ an Koh Tao gefahren. Hier wohnt eine Wasserschildkröte, die wir leider nicht gefunden haben. Unsere Tauchtiefe war hier nur so bei 2-4m, was nicht mal als Tauchen bezeichnet werden kann weil es die Nullzeiten (also die Länge die man am Tag insgesamt tauchen darf bis der Körper mit Stickstoff gesättigt ist) nicht beeinflusst. Man muss lediglich die Fülle des Sauerstofftanks im Blick haben.

Am Abend kam sogar die Sonne ein bisschen raus. Das macht Hoffnung auf einen schönen, sonnigen Samstag! Ich habe den Tag beim Abendessen ausklingen lassen.

Tag 11: Endlich Sonne!

Es gab wieder den täglichen 7 Uhr Regen. Die Hoffnung auf Sonne war zerstört. Durch den vielen Regen gibt es wie schon beschrieben ziemlich viele Moskitos. Meine Beine sind total zerstochen. Auch an diesem Morgen haben mich schon vor dem Frühstück ca. 10-15 Moskitos umwimmelt. Hoffentlich gibt das kein Tropenfieber.

Wir haben uns um 7:30 Uhr an der Tauchschule getroffen. Josef war so nett mich nach dem Frühstück auf dem Roller hinzufahren. Von der Tauchschule ging es gegen 8 Uhr mit dem Taxi los Richtung Pier und auf’s Boot. Das zwischenzeitliche Wetter am Pier hat schon mal gepasst: Kein Regen mehr und blauer Himmel!

Pier von Koh Tao
Pier von Koh Tao

Das Boot hat übrigens einen witzigen Namen: Dei Mudda.

Boot
Boot „Dei Mudda“

Wir sind zunächst sehr weit rausgefahren (ca. 20 Minuten Bootsfahrt). Dieses Mal ging es runter bis auf 18m. Naja, 17,8m um genau zu sein. Die 18m dürfen wir leider nicht überschreiten. Sonst muss eine Strafrunde in der Beachbar ausgegeben werden 😉. Eine Kamerafrau hat uns den Tag über begleiten. Sie hat uns und die Unterwasserwelt beim Tauchen gefilmt. Unter Wasser haben wir wieder viele Fische gesehen, leider nicht den einen großen Walhai, und auch wieder keine Schildkröte, dafür aber einen riesigen Barracuda-Schwarm. Nach dem Auftauchen war die Sonne draußen. ENDLICH! Einfach Herrlich! Koh Tao hat sich endlich, nach 5 Tagen quasi Dauerregen, von seiner schönen Seite gezeigt.

Blick auf Koh Nang Yuan
Blick auf Koh Nang Yuan

Das Boot fuhr dann wieder zurück Richtung Koh Tao. Unser zweiter Dive für den Tag war etwa 11-12m tief. Bei mir hat der Druckausgleich nicht ganz so gut geklappt, weswegen ich 2m über dem Rest der Gruppe getaucht bin. Wieder haben wir eine Menge Fische gesehen, auch den Drückerfisch. Der Drückerfische versucht Taucher gerne mal anzugreifen, wenn man seinem Nest zu Nahe kommt. Er ist aber eher die Kategorie lauter, kläffender Hund wenn man am Gartenzaun vorbeiläuft. Wirklich schmerzhaften Schaden zufügen kann er einem Taucher nicht.

Gegen 12:30 Uhr waren wir schon wieder zurück am Pier. Der Ausstieg war an diesem Tag sehr sehr abenteuerlich. Wir mussten von unserem Boot aus über 5 weitere Boote klettern um an den Pier zu kommen, während wir unsere Taucherausrüstung auf dem Rücken getragen haben. Zum Glück war gutes Wetter und der Untergrund nicht besonders rutschig, sonst kann das mit dem Klettern schon mal buchstäblich ins Wasser fallen.

In der Tauchschule hieß es die Taschen wieder zu entpacken, das Equipment sauber zu machen und wegzuräumen. Wir haben das Mittagessen im anliegenden Restaurant Flowers auf der Terrasse, direkt am Meer, zusammen verbracht. Währenddessen haben wir unser Dive Logbuch gepflegt, in dem alle Tauchgänge als Nachweis eingetragen werden. Wir haben die Tauchgänge (Dives) der letzten Tage eingetragen. Das war’s — jetzt sind wir zertifizierte SSI Open Water Diver (bis zur Tiefe von 18m). Aber ich werde morgen direkt weitermachen und meinen SSI Advanced Adventurer machen, für bis zu 30m Tiefe. Deswegen gibt es leider noch keinen Ausweis für mich 😕.

Blick beim Mittagessen, vom
Blick beim Mittagessen, vom „Flowers“
Sairee Beach
Sairee Beach

Der Nachmittag war frei und wir konnten die wunderschöne Sonne genießen. Ich bin über den Strand (Sairee Beach) und den Berg hoch zurück zum Hotel gelaufen und habe mit Josefs Sohn ein Bisschen im Pool gespielt. Auch die Aussicht von der Hotelterrasse aus lässt sich sehen.

Blick von der Hotelterrasse
Blick von der Hotelterrasse

Um 18:30 sollten wir uns wieder in der Tauchschule treffen. Wir schauten das Video welches unsere Kamerafrau den Tag über gedreht hat. Der Schnitt wurde zwischenzeitlich fertiggestellt. Fremdschämen über sich selbst inklusive 😄

Nach dem Anschauen des Videos sind wir noch mit unserer Tauchgruppe auf ein Bier in das Maya Beach direkt neben der Tauchschule (andere Seite, da eine Seite das oben erwähnte Flowers) und haben den Sonnenuntergang genossen. Zwei aus der Gruppe verlassen uns heute und werden den Fortgeschrittenenkurse nicht mitmachen. Zwei Häuser weiter haben wir dann entspannt zu Abend gegessen.

Im Übrigen bin ich heute das erste Mal im Leben Motorroller gefahren. Zur Videosession in die Tauchschule und wieder zurück ins Hotel. Und das dann noch direkt auf Koh Tao. Wo vom Regen im Januar die Straßen weggespült, provisorisch mit Sand aufgefüllt und nun erneut der Sand durch den Regen weggespült wurde. Teilweise werden die Straßen vom Wasser unterspült, sodass Hohlräume entstehen. In den letzten drei Tagen ist die Straße auch an drei Stellen eingebrochen, wo nun große Löcher in den Straßen klaffen.

Sonnenuntergang am Sairee Beach
Sonnenuntergang am Sairee Beach
Sonnenuntergang am Sairee Beach
Sonnenuntergang am Sairee Beach
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